Wir wollen faire Schulklasse werden!

Ein Projekt der 7. Klasse

Alles begann an einem recht kühlen Novembertag: Ein Teil der 7. Klasse war unter Begleitung einiger Eltern nach Saarbrücken gefahren, um dort für den WOW-Tag Straßenmusik zu machen und eine selbst einstudierte Tanzchoreografie vorzuführen. Zum Aufwärmen wurden die Schülerinnen und Schüler von Herrn Peter Weichardt in den Weltladen eingeladen und mit Saft, Schokolade und anderen Köstlichkeiten versorgt. Herr Weichardt berichtete von dem Projekt „Faire Schulklasse“ und gab einiges an Informationsmaterial mit. Von der Idee begeistert planten wir unsere erste Aktion: einen Verkaufsstand mit fair gehandelten Produkten in unserem Waffelcafe am Adventsbasar. Unter Anleitung einer Mutter wurden dafür zusätzlich Schokocrossies mit fairer Schokolade hergestellt.

Der Verkauf lief recht gut und wir waren motiviert, die nächste Gelegenheit zu nutzen, um eine weitere Aktion zu starten.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns auch ausdrücklich beim Eine-Weltladen in Homburg bedanken, der uns die Waren zur Verfügung gestellt hat! Ebenso den helfenden Eltern, die für den Transport gesorgt haben!

Hier einige kleinen Impressionen von unserem Stand…

Es versteht sich von selbst, dass auch der Nikolaus ganz fair daherkam…

Nicht immer war es leicht, die Idee im Schulalltag weiter zu verfolgen. Doch dann kam ein neuer Anknüpfungspunkt: Die Erdkundeepoche mit dem Thema Asien und Afrika. Hier konnten viele Aspekte wieder aufgegriffen werden. Während unserer Projekttage zum Thema „Schau hin - misch dich ein“ im vergangenen Schuljahr hatten wir bereits den Film „Auf dem Weg zur Schule“ gesehen, der dokumentarisch die abenteuerlichen Schulwege von Kindern aus Kenia, Argentinien, Indien und Marokko zeigt und vieles aus dem Lebensalltag der Menschen lebendig werden lässt. Viele konnten sich noch gut erinnern. Daran anknüpfend beschäftigten wir uns mit dem Thema „Kakao“. Immer noch arbeiten Kinder, um Kakaobohnen zu pflücken, anstatt zur Schule zu gehen!

Um das Thema weiter zu vertiefen, luden wir die Fairtrade-Referentin Frau Wynnie Mbindyo ein, die uns über das Leben der Kinder und die Wirkung des fairen Handels in Afrika erzählte und verschiedene Filmsequenzen zeigte. Wie sieht der Lebensalltag von Kindern bei uns, und wie derjenige von Kindern in Afrika aus? Zum Vergleich füllten die Schüler eine Liste aus: Wie sieht mein Schlafplatz aus, wie das Bad, was mache ich in meiner Freizeit… und wie ist es bei dem Mädchen Diana, das im Film gezeigt wird? Die krassen Unterschiede wurden schnell deutlich.

Angeregt davon nahmen wir uns ein weiteres Projekt vor: Bei unserem Schul-Gartenfest sollte es erneut einen Stand mit fair gehandelten Produkten geben. Wir gestalteten Plakate, die die Aktion ankündigen und auch unseren Stand zieren sollten. Dabei sollten sich die Schüler in Gruppen über die Aussage und Gestaltung ihres Plakates Gedanken machen und dann jeweils zu viert ans Werk gehen.

Nach dieser kreativen Phase wendeten wir uns der praktischen Organisation zu. Wieder stellte uns der Eine-Welt-Laden in Homburg die Verkaufswaren zur Verfügung. Nochmal ein herzliches Dankeschön!

Am Samstag, den 6. Mai bestückten wir um 10.00 Uhr unseren Stand und schmückten ihn mit den selbst gemachten Plakaten. Dann warteten wir gespannt auf die ersten Besucher.

Nach der Eröffnung des Festes durch den Eltern-Lehrer-Schülerchor strömten auch gleich die Besucher zahlreich zu unserem Stand.

Nach vier Stunden sah es auf dem Verkaufstisch ziemlich leer aus. Viele Eltern und Gäste haben bei uns eingekauft.

Der Regen zwang uns schließlich zum schnellen Abbau.

Wir haben alle unsere Aktivitäten dokumentiert und werden sie nun an die Fairtrade Initiative Saarbrücken einreichen. Ob wir faire Schulklasse werden steht noch in den Sternen, aber unabhängig davon hat das Projekt seine Spuren hinterlassen: das Bewusstsein, dass wir in Zeiten der Globalisierung alle zusammenhängen und wir durch unser Konsumverhalten schon einiges „fair-ändern“ können. Ich hoffe, wir finden immer neue Anknüpfungspunkte zu diesem Thema, so dass es bei den Schülerinnen und Schülern nachhaltig in die Zukunft wirken kann.

Gabriele de Cuveland, Klassenlehrerin