Manche Waldorfschulen haben einen „Waldtag“, wo sie einmal pro Woche mit ihren ersten und zweiten Klassen in die Natur hinausgehen und dort etwas lernen, was im Klassenzimmer nicht möglich ist. Unsere dritte Klasse hatte bisher zwar keinen festen Termin für solche Exkursionen, aber sie fanden in der Vergangenheit immer wieder statt während der so genannten „Abschlussstunde“, die nach Bedarf gestaltet werden kann. Es entspann sich dabei rund um den „Gänseweiher“ im nahen Bauernwald ein reges Miteinander. Es wurde zusammen gespielt, gebastelt und gebaut, Libellen und Frösche und allerlei Getier wurde beobachtet. Es gab genügend Raum, die unvermeidlichen sozialen Konflikte zu beackern, die entstehen, wenn sich eine Klasse zu einer Gemeinschaft zusammenraufen soll.
Inzwischen sind wir im dritten Jahr, und die Waldspaziergänge sind uns lieb und teuer geblieben. Wir gehen zum Gänseweiher hoch und erobern nun peu à peu auch das angrenzende Gebiet. Hinter dem Weiher eröffnet sich ein wirklich zauberhaftes Stück Wald. Es ist licht und hell und von einem dichten Moosteppich bedeckt. Zwischen wenigen großen Bäumen liegt Totholz, Äste, Stücke von dicken Stämmen und kleine gefällte Tannen, die zusammen mit dem Moos ein vortreffliches Baumaterial für Zwergenhäuser, gepolsterte Sessel und Sofas sowie die komplette Inneneinrichtung für ein behagliches Waldwohnzimmer liefern, sofern man genügend Fantasie walten lässt.
Daneben ist Gelegenheit zum Rennen für die, die es brauchen oder zum Tauschhandel mit gefundenen Schätzen wie z.B. Federn oder Blumen.
Machen Sie sich selbst ein Bild von unserem Zauberwald!

C. Riefer, Klassenlehrer 3.Klasse