Nachwuchs auf dem Hühnerhof
Ostern ist noch nicht lange her und die schön bunt gefärbten Eier haben wieder viele Kinderherzen erfreut. Doch was passiert mit den Eiern, die wir nicht essen oder anders verarbeiten, die also ausgebrütet werden?
Im Rahmen der Ausbildung zur Klassenlehrerin an Waldorfschulen bin ich
gegenwärtig als Praktikantin an der Waldorfschule Saar-Pfalz in Bexbach. Hier nehme ich in der 4. Klasse regelmäßig am Unterricht teil.
Zur Schule gehört ein kleiner Hühnerhof. Traditionell wird dieser von der 4. Klasse betreut. Jede Woche kümmert sich eine Gruppe von 2-3 Schülern um die Hühner. Dieser Hühnerdienst füttert die Tiere, sammelt die Eier ein und hält den Stall sauber. Um die Hühnerschar um Hahn Otto von Bismarck zu vergrößern, wurden in der vergangenen Woche Eier ausgebrütet. Der Brutkasten stand im Klassenzimmer und gab den Kindern die Möglichkeit, das Schlüpfen der Küken hautnah mitzuerleben.
Die kleinen Tiere wirkten wie ein Magnet und die Kinder waren im Unterricht kaum auf ihren Plätzen zu halten. Immer wieder liefen sie zu dem kleinen Käfig, beobachteten die Tierchen, nahmen sie auf die Hand und streichelten sie. Der Klassenlehrer Herr Riefer musste mehr als einmal ein Machtwort sprechen. Als alle Küken geschlüpft waren, hatten die Kinder die Gelegenheit, das Erlebte in einem Aufsatz festzuhalten. Es entstanden viele kleine Texte.
Übrigens fühlten nicht nur die Kinder sich von den Küken magisch angezogen, auch der eine oder andere Erwachsene und etliche Oberstufenschüler kam vorbei, um den Hühnernachwuchs in Augenschein zu nehmen.
Beate Kunze, 23.4.2018