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Mit Begeisterung gegen den Trend
Mit Begeisterung gegen den Trend
Bexbach (id). Von Jahr zu Jahr gäbe es immer weniger Familien, in denen es noch üblich sei, dass Kinder und Eltern miteinander singen. "Das kommt inzwischen zunehmend einem regelrechten Verstummen gleich", weiß Michael Bernhardt, Musiklehrer an der Freien Waldorfschule Saarpfalz Bexbach.
Um diesem Trend aktiv und kreativ etwas entgegenzusetzen, starteten er und knapp 40 Schülerinnen und Schüler der Klasse sechs der Schule ein außergewöhnliches Projekt. Gemeinsam suchten sie sich zwölf bekannte Weihnachts- und Adventslieder, vor allem in deutscher, aber auch in holländischer, französischer und englischer Sprache aus. Dann hieß es üben, üben und nochmal üben. Beraten und begleitet von dem Fischbacher Saxofonist und Tonstudioinhaber Pablo Larrea wurden im März dieses Jahres im Musiksaal der Schule die ersten acht, dieser Tage in der katholischen Pfarrkirche St. Martin Bexbach die restlichen vier Titel aufgenommen. Ergänzt um fünf Instrumentalstücke des fünfköpfigen Blockflötenensembles von Adelheid Recktenwald entstand so die erste Waldorf-CD "Singen im Advent".
Der Tonträger und das dazugehörige Begleitheft mit Noten und Liedtexten werden am Adventsbasar am Sonntag, 30. November, zwischen 11.30 Uhr und 17 Uhr, zum Verkauf angeboten. "Uns geht es nicht darum, mit dem Verkauf der CD und des Begleitheftes Geld zu verdienen", betont Bernhardt. "Uns geht es darum, vor allem den Kindern der Klassen eins bis vier, deren Geschwistern und Eltern etwas in die Hand zu geben, mit dem es ihnen leichter fällt, wieder öfter einmal im Kreise der Familie zu singen."
Die Mädchen und Jungen der jetzigen Klasse sechs brauchte der Lehrer nicht erst fürs Singen zu begeistern. Sie seien vor inzwischen sechs Jahren die ersten Schüler der Bexbacher Waldorfschule gewesen, die von der ersten Klasse an regelmäßig in Musik unterrichtet worden seien. Denn wie an anderen, staatlichen Schulen war es bis dahin auch an der Waldorfschule üblich, dass Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse nicht von einem ausgebildeten Musikerzieher, sondern vom Klassenlehrer meist in Singen unterrichtet wurden, so der Lehrer. Aber Kinder in diesem Alter seien oft nicht dazu bereit, mit oder gar vor anderen zu singen und damit wiederum seien die Lehrer häufig überfordert. Und erst in Klasse fünf mit dem Singen zu beginnen sei in der Regel ganz hoffnungslos. "Wenn die Mädchen und Jungen erst einmal in die Pubertät kommen, ist dieser Zug meistens abgefahren. Dann ist singen ganz schnell ganz uncool." Ihren ersten großen Erfolg hatten die Mädchen und Jungen und deren Lehrer vor zwei Jahren. Damals wurde das Projekt "Singen in den Advent" eingeführt. Einmal in der Woche trafen sich die damaligen Viertklässler mit Schülerinnen und Schülern der Klassen eins bis drei zum morgendlichen Advents- und Weihnachtslieder-Singen. "Auf diese Art führten die älteren Mädchen und Jungen die jüngeren zum Singen hin", freut sich Bernhardt.
Die Proben dafür und für die Ereignisse selbst regten die Kinder schließlich dazu an, ihre "Mikrofonstimmen" einmal aufzunehmen. Das Ergebnis - zwölf mehrstimmige Advents- und Weihnachtslieder plus fünf Instrumentalstücke des Blockflötenensembles - sind nun also auch auf CD erhältlich.
Jeder schrieb Noten und Texte auf
Frei nach der Devise "Tut alles selbst, was ihr selbst machen könnt" schrieb jeder der knapp 40 Sechstlässler auch Noten und Texte von insgesamt drei Stücken fein säuberlich auf. Die von Schülern und Lehrer ausgesuchten gelungensten Exemplare wurden für das CD-Begleitheft vervielfältig. Die CD kostet 7,50 Euro, das Begleitheft 2,50 Euro.
Quelle:
Saarbrücker Zeitung
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