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Achtklässler tauchen ein in Oberons Welt

Die achte Klasse der Waldorfschule Bexbach brachte am vergangenen Wochenende in ihrem Klassenspiel den „Sommernachtstraum" von William Shakespeare auf die Bühne - und meisterten die schwierige Aufgabe mit Bravour. „Schöne Kostüme, eine Traum- und Elfenwelt und gute Rollen" gaben nach den Worten der Schüler den Ausschlag für die Entscheidung für die berühmte Komödie.

Bexbach. Lysander liebt Hermia, die Demetrius heiraten soll, den Helena liebt. Titania ist bereits mit Oberen verheiratet und verliebt sich in einen Esel, der eigentlich der Weber Zettel ist, den Pyramus spielt, als solcher stirbt und als Zettel weiter lebt. Alles klar? Alles Wirklichkeit? Oder ist doch alles nur Spiel, Zufall, romantische Dämonie oder dämonische Romantik?

Es ist William Shakespeares Sommernachtstraum, und die Akteure des verwirrenden Spiels sind Schüler der achten Klasse der Bexbacher Waldorfschule. Die Einstudierung eines Theaterstücks gehört in den Waldorfschulen zum Lehrplan der achten und zwölften Klassen. Die diesjährigen Achtklässler haben unter der Regie von Astrid Moos-Lange und dem Klassenlehrer Gerd Neukirch Shakespeares Komödie um Missverständnisse und fehlgeleitete Gefühle einstudiert. Sie haben sich damit für ein Stück entschieden, über das Neukirch zu Beginn der Vorstellung erklärte, Shakespeare habe mit seinem Empfinden für die Naturgeistigkeit die sowohl gute als auch verwirrende Wirkung „elementarischen Naturwebens" auf den Menschen gezeigt. Der Sommernachtstraum offenbare nicht nur das Geschehen während einer einzigen Sommernacht, sondern stehe für etwas, das in der verborgenen Seite des Menschen wirke. Die Schüler hatten sich dieses bei allem Verwechslungswitz gar nicht einfach zu spielende Stück selbst ausgesucht.



Und so schwierig, wie die Komödie, so schwierig war auch die Entscheidung, was zur Aufführung kommen sollte. Zur Auswahl stand neben dem Sommernachtstraum Schillers Johanna von Orleans. Moos-Lange erzählte: „Die Jungen waren für Johanna, die Mädchen für den Sommernachtstraum." Es sei „erbittert diskutiert" worden, bevor die Jungen sich überzeugen ließen, beziehungsweise sich der knappen Mehrheit beugten.

Anna Buth - sie spielte die Hermia - zählte die Vorteile auf, die für Shakespeare sprachen: „Es gibt schöne Kostüme, eine Traum- und Elfenwelt und gute Rollen. In der Johanna gibt's nur eine wirkliche Hauptrolle." Leander Tielkes - seine Rolle war der Lysander - meinte: „Wir wollten Johanna von Orleans spielen, weil das Stück mehr Action-Szenen hat. Aber je besser wir den Sommernachtstraum kennen lernten, desto besser hat er uns gefallen."

Bei der Aufführung war von einmal bestehenden Vorbehalten nichts mehr zu spüren. Die Schüler identifizierten sich mit ihren Rollen und vermittelten bei aller Konzentration auch eine gehörige Portion Spielfreude. So fiel es nicht schwer, die Begeisterung der Regisseurin zu teilen. „Die Arbeit mit den Schülern war traumhaft", erzählte sie, und: „Die Kinder sind durch diese Aufgabe in ihrer Persönlichkeit gereift. Sie sind innerlich aufgerichtet und strahlen nach außen."
Der Traum einer Sommernacht wurde vom Oberstufenorchester unter Lutz Schindeldecker und Michael Bernhardt am Klavier mit Werken von Edvard Grieg, Henry Purcell und Robert Schumann musikalisch begleitet.

Die Mitwirkenden:

Die Rollen wurden teilweise doppelt besetzt.

Theseus: Johannes Schömann, Celine Folschweiler.
Hippolyta: Johanna Bernd, Yasa Marx.
Philostrat: Regina Wadle.
Egeus: Martin Rauber, Mathias Klein.
Lysander: Leonard Bausch, Leander Tielkes.
Hermia: Katharina Krebs, Anna Buth.
Demetrius: Wolfgang Brück, Leonhard Geisler.
Helena: Leonie Mevis, Bettina Sander.
Squenz: Magdalena Biehl, Fabian Dellwing.
Schnock/Löwe: Jonas Kempen, Julius Packeiser.
Zettel/Pyramus: Louis-Alexis Kächler, Lukas Weber.
Flaut/Thisbe: Nina Leiner.
Schnauz/Wand: Christina Staden, Sonja Bartaguiz.
Schlucker/Mondschein: Lara Denzer.
Oberon: Wendelin de Cuveland, Sebastian Erdösi.
Titania: TabeaSchwarz, Sarah Andres.
Puck: Johanna Hess, Simon Vogt.
Bohnenblüte: Raphaela Recktenwald.
Senfsamen: Esra Laubach.
Spinnweb: Michelle Münch.
Motte: Saskia Stuber.


VON SZ-MITARBEITERIN CHRISTIANE ROOS




Quelle: Saarbrücker Zeitung


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