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Nachrichten und Presse
Tag der offenen Tür in der Waldorfschule
Wie in jedem Februar öffneten die Freie Waldorfschule in Bexbach und der auf gleichem Gelände angesiedelte Waldorfkindergarten ihre Räume für alle Interessierten, die neugierig sind, wie beide Einrichtungen pädagogisch arbeiten, bzw. für die bereits seit langem feststeht, dass sie ihre Kinder der Obhut der Waldorfpädagoginnen und -pädagogen anvertrauen wollen.
Artikel: Höcherberg Nachrichten vom 15. Februar 2007
Wer zur letzteren Gruppe gehörte musste staunend zur Kenntnis nehmen, dass die Wartelisten inzwischen bereits bis zu zwei Jahren in die Zukunft reichen. Das Interesse an der in den ansprechenden Gebäuden am Fuße der Bergehalde geleisteten Erziehungs- und Bildungsarbeit ist enorm. Interessant für viele scheint der Umstand zu sein, dass vom Kindergarten- bis zum Heranwachsendenalter, also von der Vorschule bis zum Abitur ein durchgängiges pädagogisches Konzept ohne Brüche und mit gleitenden Übergängen angeboten wird.
Die Elternschaft der Schule und des Kindergartens hatte den Tag der offenen Tür weitgehend selbst organisiert. Denn die Lehrerschaft war in den Unterricht eingespannt, mit dem die Besucher einen Eindruck bekamen, was und wie in der Lehrer geführten Schule angeboten wird. Der starke Besuch machte deutlich, dass in den letzten Jahren mehr und mehr die Vorurteile gegenüber der Waldorfpädagogik geschwunden sind.
Traditionsgemäß trifft die Schule keine Schülerauswahl und sie vergibt auch keine reinen Noten. Die Lehrer arbeiten im Team, und leiten und verwalten die Schule in gemeinschaftlicher Verantwortung. Bei den wöchentlichen Konferenzen besprechen sie gemeinsam den Leistungs- und Wissensstand ihrer Schüler. Ein Großteil der Lehrer hat eine staatliche Ausbildung und hat sich durch Zusatzseminare mit der Waldorfpädagogik vertraut gemacht. Im angeschlossenen Kindergarten werden 75 Kinder von zehn Erzieherinnen in einer Wohlfühlatmosphäre betreut, die Naturnähe vermittelt. 20 Nachmittagsplätze stehen zur Verfügung. Dabei gibt es keine Pflicht, dass Kindergartenkinder später auch die Schule besuchen, auch wenn das fast die Regel ist.
Neben der Gelegenheit zum Unterrichtsbesuch bot der Tag der offenen Tür auch Möglichkeiten, die vielfältigen musischen, Kultur-, Sport-, Selbstwahrnehmungs-, Sprach- und Handwerksangebote kennen zu lernen. So fielen in der schuleigenen Schreinerei beim Hobeln gleich säckeweise die Späne an. Auf der Bühne im Festsaal fand die Monatsfeier statt. Traditionsgemäß dient diese Veranstaltung dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig zeigen, was sie gelernt haben und an Fähigkeiten erworben haben. In aller Regel präsentieren die Klassen dabei Tänze, einstudierte Lieder und eingeübte Bühnenspiele. In der Cafeteria sorgten unterdessen zahlreiche Helfer für das leibliche Wohl der Gäste. Die Organisatoren waren bemüht, auf alle erdenklichen Fragen eine Antwort zu geben. So wurde die Frage bejaht, ob die Waldorfschule prinzipiell allen Kindern offen steht, und ob ein Quereinstieg möglich ist. Da Waldorfschulen nur zum Teil öffentlich gefördert werden, sind Elternbeiträge zwingend. Prinzipiell wird aber kein Kind aus finanziellen Gründen abgelehnt, war zur Überraschung vieler ebenfalls zu erfahren. Im Anschluss an den Tag der offenen Tür finden weitere Informationsabende statt (jeweils montags um 20 Uhr am 26.2., 5.3. sowie 12.3.). Die Informationsabende geben weiterführende Einblicke und sollen mit den Grundlagen der Waldorfpädagogik vertraut machen.
Quelle:
Rosemarie Kappler
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