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Klasse 11 der Waldorfschule erfolgreich mit „Hexenjagd“

„Hexenjagd“ in Bexbach, und das gleich drei Mal in Folge.

Die Klasse 11 der Freien Waldorfschule hatte das Stück von Arthur Miller aus dem Jahr 1953 an drei Tagen auf die Bühne der Aula gebracht. Das Besondere: Die zwar gekürzte, dennoch aber dreistündige Fassung, wurde von den Schülern in englischer Sprache aufgeführt. Die zweite Besonderheit: Es war keine Theater AG, sondern eine geschlossene Klasse, die sich im Rahmen des Englischunterrichtes entschlossen hatte, Theater zu spielen. Ein größeres Stück sollte es sein und ernst, womit die üblichen Boulevardstücke von vornherein tabu waren. Weil ältere Geschwister einiger Elftklässler bereits vor sechs Jahren die „Hexenjagd“ – allerdings in deutsch – in der Aula gespielt und damit offensichtlich Eindruck hinterlassen hatten, fiel die Wahl auf „The Crucible“, wie der englische Titel lautet. Ein halbes Jahr lang arbeiteten die Schüler am Text, die Bühnenproben konzentrierten sich auf 13 Tage. Aus dem Klassenprojekt ergaben sich gleich zwei Vorteile: Die Nichtschauspieler unter den Schülern haben an Bewusstsein hinsichtlich ihrer Selbstdarstellung gewonnen, und diejenigen, die zu Beginn des Projektes noch Probleme beim Ablesen des Englisch-Textes hatten, sind jetzt in der Lage, einen solchen frei und interpretierend vorzutragen. „Insofern“, meint Englischlehrerin Vera Weighardt-Buth, „ist die elfte Klasse eine wirklich besondere Klasse“. Glück hatten die Schüler mit der Rollenaufteilung, die vieles vereinfachte. Haupt- und Ne-benrollen im klassischen Sinne gab es kaum, sie waren gleichmäßig verteilt, so dass die Gesamtleistung nicht von einigen wenigen erbracht werden musste, sondern von allen gemeinsam, was dem Wir-Gefühl als Klasse zuträglich war. Mit „Hexenjagd“ hatten die Schüler, auch wenn die Geschichte im 17. Jahrhundert spielte, einen aktuellen Stoff aufbereitet. Denn nach Auffassung seines Autors Arthur Miller richte es sich gegen jede Art von Dogmenbildung und Massenhysterie, Schuldzuweisungen und Vor-verurteilungen. Damit ist „Hexenjagd“ ein zeitloses Stück, das es den Bexbacher Schülern obendrein erlaubt hat, den Fremdsprachenunterricht aus dem strukturierten Klassenzimmer-alltag in den Freiraum der Theaterbühne zu verlegen.

Quelle: Höcherberg Nachrichten


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