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Nachrichten und Presse
Einblicke in die Freie Waldorfschule
Mit einem Tag der offenen Tür stellten sich die Freie Waldorfschule Saar-Pfalz und der Waldorf-Kindergarten den Besuchern vor.
Zweck der Veranstaltung war, Eltern einen Einblick in die Arbeit von Schule und Kindergarten zu gewähren. Peter Cochlovius als Vertreter der Freien Waldorfschule und Elternvertreterin Charlotte Fischer freuten sich über den regen Zuspruch und das Interesse vieler Eltern an den Grundgedanken der Waldorfpädagogik. Konkrete Fragen der Besucher galten den Möglichkeiten der Einschulung, dem Übergang aus dem Kindergarten in die 1. Klasse, sowie dem „Seiteneinstieg“ in spätere Klassenstufen. Angesprochen wurde auch der Stellenwert der Praktika und Projekte wie der Klassenspiele im Lehrplan der Schule. Dabei erfuhren die Eltern, dass der Waldorf-Bildungsweg für möglichst jeden Schüler auf 12 Jahre veranlagt ist und mit dem Waldorf-Abschluss endet; dabei können je nach Begabung alle üblichen Abschlüsse erworben werden, für das Abitur ist jedoch der Besuch einer 13. Klasse erforderlich. Zunächst wurden Führungen durch die beiden Bildungseinrichtungen angeboten. Die Gäste hatten Gelegenheit, Einblick in die pädagogische Arbeit eines Waldorf-Kindergartens und einer Freien Waldorfschule zu nehmen. Die Schülerinnen und Schüler hatten während der ersten drei Stunden regulären Unterricht, der an diesem Tag für jeden Interessierten offen stand. In der 1. Klasse konnte zum Beispiel der Handarbeits- und Schreibunterricht miterlebt werden, die Zweitklässler waren im Fremdsprachen- und Rechenunterricht zu beobachten. In Klassenstufe 8 wurden die Ergebnisse selbstgewählter Jahresarbeiten durch einzelne Schüler vorgestellt, die Klassen 9 bis 12 ließen eindrucksvolle Zeichnungen im Kunstunterricht entstehen. In den beiden Werkhäusern konnte Einblick in das breite Fächerspektrum im handwerklich-künstlerischen Bereich genommen werden: Schneidern, Schnitzen und Plastizieren wurden vorgeführt. Im Vorraum des Festsaales hatten zudem Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihres Epochenunterrichts zusammen getragen. Beispiele aus den Epochen der Fächer Chemie, Physik, Mathematik oder Bildende Kunst gaben weitere Einblicke in das vielfältige Unterrichtsangebot. Väter und Mütter nahmen die Hefte gern zur Hand und machten sich ein Bild von der fachlichen Arbeit in der Waldorfschule. Der Phase der Unterrichtsbesuche und Führungen folgten Schülerdarbietungen auf der Bühne des Festsaales. Aus dem Handarbeitsunterricht wurde hier der Umgang mit dem Faden auf verschiedenen Jahrgangsstufen verdeutlicht. Während die Schulanfänger – unterstützt durch rhythmische Sprüche und Verse – den Faden aus den eigenen Händen entstehen ließen, erlernten die Größeren den Umgang mit der Spindel. Die Achtklässler bedienten bereits das Spinnrad und die Oberstufenschüler lernten auf dem Webstuhl, aus vielen einzelnen Fäden ein Gewebe herzustellen. – Mit Kupferstäben zeigten Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 eindrucksvolle Vorführungen in Eurythmie. Rasche Bewegungsabläufe, plötzliches Reagieren und ein waches gegenseitiges Wahrnehmen wurden dabei unter anderem vermittelt. – Ähnlich verhielt es sich mit der Trommelvorführung der Klassenstufe 9, setzte doch das Zusammenklingen der verschiedenen Rhythmen ein intensives Aufeinanderlauschen unter den Schülern voraus. Die Betreuung im Kindergarten und die Ausbildung in der Waldorfschule wird von den Idealen Rudolf Steiners getragen, auf denen bereits die erste, 1919 gegründete Waldorfschule beruhte. Heute arbeiten bereits über 600 Waldorfschulen und weit mehr Kindergärten weltweit nach diesen Prinzipien. Steiners Erkenntnisse über Gesetzmäßigkeit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind bis heute Grundlage der Waldorf-Pädagogik. Sie wurden für die Gäste an diesem Tag der offenen Tür auf sehr konkrete Weise erfahrbar.
Quelle:
Höcherberg Nachrichten
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