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Premierenfieber in der Waldorfschule

Heute wird in Bexbach das Theaterstück "Club der toten Dichter" aufgeführt - Proben seit Ende der Sommerferien

Bexbach (id). "Carpe diem" (Nutze den Tag), mit diesem Motto will John Keating, der neue Englischlehrer an der Jungen Eliteschule "Weltonakademie", in Vermont (USA) seine Schüler auf das Leben vorbereiten. Bei seinen Kollegen stößt er wegen seiner unkonventionellen Lehr- und Lernmethoden im Jahre 1958 auf Unverständnis. Denn die vier Säulen der 100 Jahre alten Schulen waren bislang Tradition, Disziplin, Leistung und Ehre. Der 1985 unter der Regie von Peter Weir erschienene Film "Dead Poets Society" (Club der toten Dichter) mit Robin Williams in der Rolle des John Keating ist längst Kult. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse zwölf der Freien Waldorfschule Saarpfalz Bexbach haben sich das gleichnamige Theaterstück von Martin Maier-Bode nach Motiven aus dem Film für ihr Klassenspiel ausgesucht.

Anders als im Film spielt dieses Stück in der heutigen Zeit in einem Elite-Internat für Jungen und Mädchen in Seelisberg, einem Ort in der Nähe von Luzern in der Schweiz. Am heutigen Freitag, 31. Oktober, um 20 Uhr, ist im Festsaal der Schule die Premiere. Am morgigen Samstag, 1. November, wird das Klassenspiel zur gleichen Zeit am gleichen Ort wiederholt. In der Aufführung der Zwölftklässler der Bexbacher Waldorfschule sind nicht nur Zeit, Ort und die Tatsache, dass es sich hier um eine gemischte Schule handelt, anders als in der Film-Vorlage. Bei der Person des neuen Lehrers der Schülerinnen und Schüler handelt es sich zudem um einen weiblichen Deutschlehrer, Martina Berner. Wie John Keating war auch sie früher Schüler des Internats und Mitglied im Club der toten Dichter. Mit dem Motto "Carpe diem" und ihrer alles anderen als traditionsbewussten und damit erfrischenden Art bringt sie ihre Schülerinnen und Schüler zu einem neuen, selbstständigen Denken und den streng geregelten Internatsalltag durcheinander. Durch den damit einsetzenden Prozess individueller Persönlichkeitsfindungen entwickeln sich so ganz unterschiedliche Lebensperspektiven. Die Beschäftigung mit dem Stück erlaube den Zwölftklässlern, in ein ganz anderes Schülerdasein einzutauchen, als sie es an ihrer eigenen Schule erlebten, sagte Astrid Moos-Lange, Eurythmielehrerin an der Schule und in der Vorbereitung auf das Klassenspiel bei der schauspielerischen Ausarbeitung der einzelnen Szenen, der Textbearbeitung und der Regiearbeit behilflich. Viel Zeit hatten die 30 Schülerinnen und Schüler nicht, um das Stück bühnenreif einzuüben. Nach den Sommerferien begannen die Proben. Am vergangenen Mittwochvormittag war die Generalprobe. Am gestrigen Donnerstag führten die Zwölftklässler ihr Klassenspiel vor Schülern und Lehrern anderer Schulen auf, gestern Morgen war sozusagen Waldorf-interne Premiere, und heute und morgen Abend ist das theaterinteressierte Publikum aus Bexbach und Umgebung geladen. Unterstützt wurden die Darsteller neben Moos Lange von Klassenbetreuer Alfred Ströher, der bei der Auswahl des Stückes und der Regiearbeit behilflich war. Martin Leutgeb, Schauspieler am Saar-Staatstheater, gab den Mädchen und Jungen in einem Workshop viele Anregungen für die Umsetzung ihrer Rollen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


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Freie Waldorfschule Saar-Pfalz, Bexbach
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