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Zweites Kraftwerk für Bexbach

Bexbach (id). "Seit fast 30 Jahren ist die Freie Waldorfschule Saarpfalz innovativ in Bexbach tätig.

Seitdem bemühen sich ihre Mitarbeiter nicht nur um vor allem junge Menschen, sondern auch um den pfleglichen Umgang mit der Natur. In dieser Hinsicht sind wir nun wieder einen Schritt weitergekommen, indem wir die Energieversorgung unserer Schule selbst in die Hand nehmen." Mit diesen Worten begrüßte Gerd Neukirch, Lehrer und Unesco-Beauftragter der Bexbacher Waldorfschule, Schüler, Lehrer, Eltern sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft zur Einweihung der neuen schuleigenen Photovoltaikanlage.
Die auf dem Dach des so genannten kleinen Hauses der Schule, vom Eingangsbereich aus gesehen links, installierte Solaranlage ist etwa 80 Quadratmeter groß, wiegt zirka 1,1 Tonnen, hat eine maximale Leistungsfähigkeit von 9542 Watt und kann pro Jahr etwa 8400 Kilowattstunden Energie erzeugen. "Das entspricht ungefähr dem jährlichen Bedarf dreier vier- bis fünfköpfiger Familien", erläuterte Patrick Schmitt, Geschäftsführer der Firma Geosolar und Betreuer des Solaranlagen-Projektes der Waldorfschule. Die Schule, die saarlandweit über die größte hauseigene Solaranlage verfügt, hat sich das Vorhaben etwa 60000 Euro kosten lassen, wie Konrad Lambert, Gartenbau-Lehrer der Schule und Ideengeber für das Projekt, sagte.

Kosten von etwa 60 000 Euro

Er komme gerade vom Flughafen Ensheim, wo zur Zeit eine ganz große Photovoltaikanlage gebaut werde, entschuldigte Umweltminister Stefan Mörsdorf seine Verspätung zur Einweihungsstunde. Die fossilen Energielieferanten - Kohle, Erdgas und Erdöl - seien endlich. Auch die Schüler dieser Schule könnten davon ausgehen, dass in 30 Jahren zum Beispiel Autos nicht mehr mit Benzin fahren würden. Bis der Rohstoff Erdgas knapp werde, dauere es wohl etwas länger. "Das heißt, wir haben nicht mehr allzu lange Zeit, um uns auf andere Energieformen einzustellen. Ihr könnt stolz darauf sein, dass eure Schule mit zu den ersten im Saarland gehört, die schon jetzt ihren Strom auf dem eigenen Schuldach produzieren. Eure Solaranlage ist eine richtig ordentliche Investition in die Zukunft. Dafür herzlichen Dank."

"Jetzt haben wir ein zweites, wenn auch recht kleines Kraftwerk in Bexbach", leitete Neukirch zu Bürgermeister Heinz Müller über. "Auch ich gratuliere zu dem neuen Bexbacher Kraftwerk, das ohne viel Aufsehen und große Diskussionen hier geschaffen wurde." Aufsehen mache die Solaranlage der Bexbacher Waldorfschule erst jetzt, wo sie offiziell eingeweiht werde, und vermutlich auch danach. "Ich bin überrascht darüber, dass es sich dabei um die größte Solaranlage an saarländischen Schulen handelt und als ehemaliger Lehrer freut es mich ganz besonders, dass die Schülerinnen und Schüler unter anderem so an neueste Techologien herangeführt werden." Im Alltag sei man sich allzu oft gar nicht mehr darüber bewusst, wo zum Beispiel unser Strom herkomme. Deshalb seine Bitte: "Denkt immer wieder über den Verbrauch von Energie, insbesondere über die Nutzung nicht nachwachsender Energiequellen nach." "Zur Zeit verbrauchen wir täglich mehr Energie als die Erde uns zur Verfügung stellen kann. Wenn das so weitergeht, wird es in absehbarer Zeit nicht nur Kämpfe, sondern womöglich sogar Kriege um Rohstoffe geben. Eure Anlage ist also nicht nur eine Investition für den Umweltschutz, sondern auch für den Frieden", würdigte die Bundestagsabgeordnete Astrid Klug das Projekt. Die Waldorfschule sei damit vorbildhaft in die Bresche gesprungen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


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