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Experiment der Verständigung

50 Jahre Unesco-Schulen: Jubiläumstagung in Saarbrücken

Saarbrücken (lö). Frieden in der Welt und Chancengleichheit für alle Menschen. Das haben sich die 155 deutschen Unesco-Projektschulen im internationalen Schulnetz der rund 7000 Schulen weltweit bereits seit 50 Jahren auf ihre Fahnen geschrieben. Unter dem Titel "Miteinander leben - miteinander lernen - Grenzen überwinden" tagen in Saarbrücken zum 50-jährigen Bestehen noch bis Mittwoch, 17. September, Vertreter der 155 deutschen Unesco-Projektschulen, der Kultusministerien, Fortbildungsinstituten und Repräsentanten des weltweiten Unesco-Schulnetzes. Im Saarland gehören die Freie Waldorfschule Saarpfalz in Bexbach, die Integrierte Gesamtschule in Dillingen, das Illtal-Gymnasium in Illingen, die Grundschule Bachstraße in Neunkirchen und die Erweiterte Realschule am Ludwigspark in Saarbrücken und das Leibniz-Gymnasium in St. Ingbert zum Unesco-Netzwerk. Diese 38. Jahrestagung wird in Kooperation mit der Bundeszentrale und der saarländischen Landeszentrale für politische Bildung veranstaltet. Erfahrungen mit Projekten aus anderen Ländern und Erdteilen und neue Strategien zur Weiterentwicklung der Ansätze stehen im Zentrum der Jahrestagung im Jubiläumsjahr.

Systematische Ausgrenzung bestimme auch im Zeitalter der Globalisierung noch häufig das Verhältnis zwischen den Menschen oder Staaten, Völkern und Kulturen, führte Kultusminister Jürgen Schreier als Schirmherr der Veranstaltung anlässlich des Festaktes "50 Jahre Unesco-Projektschulen" im VHS-Zentrum Saarbrücken aus. Beispielhaft wirkten dem die Unesco-Projekte dieser Situation in multikulturellen Schulen oder in Projekten mit Schülern aus anderen Ländern entgegen. Die Unesco-Schulen leisteten einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsweisenden Schulentwicklung. "Die saarländische Landesregierung setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass die Unesco-Empfehlungen über die Erziehung zur internationalen Verständigung und zur Wahrung der Menschenrechte in den Schulen fortgesetzt werden." Minister Schreier verwies auf das Fortbildungsprogramm des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM) und neu entwickelte Lehrpläne sowie Initiativen zu Gewaltprävention.

Stadtverbandspräsident Michael Burkert wiederum betonte, dass die Erweiterte Realschule Ludwigspark seit vielen Jahren partnerschaftliche Kontakte zu einer Schule in Weißrussland unterhält, die noch immer unter der Tschernobyl-Katastrophe leidet. "Das ist ein konkretes Beispiel, wie die Unesco-Projektschulen ihrer Selbstverpflichtung zu Friedenserziehung nachkommen."

"Unesco - das lässt einen niemals los." Mit diesen Worten übergab die bisherige Bundeskoordinatorin der Unesco-Projekt-Schulen aus Baden-Württemberg, Eva-Maria Hartmann, das Staffelholz an ihren Nachfolger aus Bayern, Karl-Heinz Köhler. Vor rund 200 Gästen, unter anderem aus Luxemburg, Österreich und Bulgarien, ging der neue Bundeskoordinator auf die Geburtsstunde des Unesco-Schulnetzes 1953 in Paris ein. Damals sei das Schulnetz als Experiment beschlossen worden. "Der Geist des Experimentierens prägt das Netzwerk auch in Zukunft. Wir hoffen, dass diese Erfolgsgeschichte fortgesetzt und verbessert werden kann." Hartmann überreichte dem Saar-Koordinator der Unesco-Schulen, Alexander Haas, für die Sekundarstufe der Unesco-Schulen entwickelte "Agenda-21-Boxen" mit Unterrichtsmaterialien zu den Themen Bauen und Wohnen, Mobilität, Ernährung und Landwirtschaft.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


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