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Ritterspiele und griechisches Öl

Die Bexbacher Waldorfschule hatte zum Sommerfest unter dem Motto "Spiele - rund um den Erdball" geladen

Es war ein fröhliches und buntes Fest mit einem passenden Motto. Mit "Spiele - rund um den Erdball" hatte die Bexbacher Waldorfschule ihr Sommerfest überschrieben. Jeder zweite Samstag an der Bexbacher Waldorfschule ist ein Unterrichtstag - und das Sommerfest wurde zum ersten Mal an einem solchen "Schulsamstag" gefeiert.

Während die Kinder wie gewohnt in ihre Klassen strömten, bauten draußen auf dem Schulhof viele helfende Eltern die Spiele und Stände, die Tische und Bänke auf und dekorierten das Gelände. In der großen Pause begutachteten die Schülerinnen und Schüler schon neugierig, was sich da so alles anbahnte, und die Vorfreude auf das Fest wuchs von Minute zu Minute. Um 11.30 Uhr war es dann endlich so weit - das Sommerfest wurde feierlich und offiziell eröffnet.

Traditionell übernimmt an der Waldorfschule die vierte Klasse mit ihren Eltern die Organisation des Festes. Und so war es auch diese Klasse, die zur Eröffnung einen fröhlichen Tanz aufführte. Als der Schulkinderchor und die fünfte Klasse alle Festgäste aufforderten "Hey! Komm sing (spiel) mit mir!", ließen sich das vor allem die Erst- bis Sechstklässler nicht zwei Mal sagen: Sie verteilten sich auf dem großen Schulgelände, malten und bastelten, schnitzten einen riesigen Totempfahl, ritten auf einem braven Pferd, kämpften in alten Ritterwettstreiten, spielten Ball und Boule, schossen mit Armbrust und Steinschleuder und überwanden schwierige Parcours - um nur einige der Angebote zu nennen.

Zur Mittagszeit gab es, wie immer, die reichlich vorbereiteten Salate, Pizzas und Kuchen der Schuleltern. Vor einer Bühne auf dem Schulhof versammelten sich immer wieder die Zuhörer für kleine musikalische Darbietungen: Die dritte Klasse sang frische Sommerlieder, ein Blockflötenensemble spielte auf, und das neue Unterstufenorchester untermalte das Fest gekonnt mit seinen Streich- und Blasinstrumenten.

Einen Anziehungspunkt ganz anderer Art bot die zehnte Klasse mit einem üppigen Flohmarkt. Auf vielen Tafeln mit Bildern und Skizzen stellten sie nebenbei ihr Projekt vor: Gerade waren sie von einer ganz besonderen Klassenfahrt aus Griechenland zurückgekehrt, wo sie einen uralten, zugewucherten Fußpfad in den griechischen Bergen auf einer Länge von acht Kilometern freigelegt und wieder begehbar gemacht hatten. Im Rahmen ihres Vermessungspraktikums hatten sie den Weg professionell vermessen und kartiert. Auf dem Sommerfest nun verkauften die Zehntklässler griechisches Öl, das sie mitgebracht hatten, und richteten den Flohmarkt aus, um damit zur Finanzierung ihres aufwendigen Projektes beizutragen.

Am späten Nachmittag erlebte das Sommerfest seinen feierlichen Abschluss in der großen Festhalle: Ein französischer Kinderchor, "Les Mirabelles", sang für die mehr als 200 Festgäste, die bis zum Ende ausgeharrt hatten, ein anspruchsvolles Programm. Viele Bexbacher Waldorfschul-Eltern beherbergten anschließend die kleinen französischen Sängerinnen und Sänger mit ihren Familien bei sich zu Hause. Viele Bexbacher Kinder konnten dabei erstmals ihre Französischkenntnisse ausprobieren, die sie an der Waldorfschule schon von der ersten Klasse an erwerben.

Über die bunten "Spiele - rund um den Erdball" hinaus kam es zum Abschluss des Sommerfestes also noch zu einer Vielzahl von persönlichen Begegnungen mit der Kultur unseres Nachbarlandes - ganz im Sinne der Idee von interkulturellem Lernen und Völkerverständigung, der sich die Bexbacher Waldorfschule nicht erst verpflichtet fühlt, seit sie eine unesco-Projektschule ist.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


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