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Erfolgreich mit Gitarre und Dürrenmatt

Die Abitur-Prüfungen sind abgeschlossen - Viele gute Leistungen - Einige schafften es nicht

Homburg/Bexbach/Kirkel (dh). Bis zum Mittwoch standen für rund 220 Abiturientinnen und Abiturientinnen unserer Region die mündlichen Abschlussprüfungen auf dem Programm - für viele war es nur noch eine Formsache, für andere allerdings hieß das eine halbe Stunde der Entscheidung. Von Lockerheit bis Hochspannung und Nervosität reichten die Emotionen in den drei Gymnasien in Homburg. Fünf Prüflinge schafften leider nicht das gesteckte Ziel.

Ganz locker dank Vornoten

Am Saarpfalz-Gymnasium waren es von 61 Prüflingen vier "Durchfaller", am Christian-von-Mannlich-Gymnasium schafften es alle 46 Kandidaten, am Johanneum erreichte einer von 95 Prüflingen sein Ziel nicht. Bei einer Stichumfrage unter den jungen Damen und Herren zum Verlauf der mündlichen Prüfungen zeigt sich, dass bereits in den schriftlichen Prüfungen im Mai viele gute Leistungen gebracht wurden. Der 18-jährige Mahmoud Fouz aus Erbach hatte nach seiner mündlichen Prüfung in Englisch ein gutes Gefühl, kein Wunder, denn der Abiturient des Mannlich-Gymnasiums hatte bereits in seinen schriftlichen Fächern Mathematik, Physik und Erdkunde jeweils die Höchstnote 15 Punkte erzielt. Für seine Leistungen in der mündlichen Prüfung, unter anderem ging es um die Irak-Politik des britischen Premier-Ministers Tony Blair, bekam Fouz, dessen Familie aus Syrien stammt, ebenfalls 15 Punkte. "Ich gebe zu, dass mein Ziel ein Abi-Schnitt von 1,0 war", sagte der frisch gebackene Abiturient. Seine erste Erledigung nach den Prüfungen? "Erst mal einen Anzug für die Feier am Samstag besorgen", so Mahmoud.

Für Matthias Haselmann, 19, stand eine mündliche Mathe-Prüfung auf dem Programm, ein Albtraum vieler Menschen. Aber auch Matthias ging mit beruhigenden schriftlichen Vornoten in die Befragung durch Erst- und Zweitprüfer. Er erzielte elf Punkte in Erdkunde, neun Punkte in Kunst und sieben Punkte in Deutsch. Das heißt nach klassischen Schulnoten: zwei, drei plus und drei minus. "In Deutsch war ich mir nicht sicher, ob ich das Thema richtig getroffen habe", gab Mannlich-Schüler Matthias zu. In der mündlichen Mathe-Prüfung musste er sich mit Wahrscheinlichkeitsrechnung und Vektoren auseinander setzten. Seine Note: zehn Punkte, eine zwei mit Minus.

Christiane Höhn musste im Fach Biologie vor dem Prüfungskomitee des Mannlich-Gymnasiums Rede und Antwort stehen. Die 19-jährige Homburgerin schaffte dabei zwölf Punkte und war überglücklich. "Schließlich musste ich etwas über das Balzverhalten des dreistacheligen Stichlings erzählen", berichtete sie mit einem Schmunzeln. Von einer vier plus über eine zwei minus bis zur zwei plus reichten ihre schriftlichen Noten in Deutsch, Englisch und Erdkunde.

Kai Hötzer aus Bexbach musste eine so genannte Nachprüfung wegen Notenabweichung absolvieren. Er hatte in seiner schriftlichen Erdkunde-Prüfung die Höchstnote erzielt, obwohl er im Abschluss-Schuljahr "nur" auf einer zwei stand. Auch Kai ging gelassen in die Prüfung und erzielte wieder ein tolles Ergebnis. "Das Abitur war eigentlich recht einfach. Wir sind halt von den Lehrern richtig gut vorbereitet worden", so die Beurteilung des Abiturienten aus Bexbach.

Benedikt Müller aus Bruchhof spielte in seiner mündlichen Prüfung Gitarre. Die Prüfung im Fach Musik war angesagt, und da musste er neben den richtigen Antworten auch die Töne gut treffen. "Ich habe mir das Moderato in C-Dur von Fernando Sor und einem improvisierten Blues ausgewählt", informierte er. Er konnte die Jury überzeugen und erhielt die Höchstnote 15 Punkte. Julia Bozem, 18, aus Rosenkopf war ebenfalls mit einer beruhigenden Noten-Serie ins Mündliche gegangen. In den Hauptfächern Mathematik, Physik und Politik erzielte sie die Punktzahlen von zwölf und 14.

Waldorf-Schüler büffeln noch

"Für die mündliche Prüfung in Deutsch konnte ich mich ganz locker vorbereiten. Bei diesem Wetter saß ich oft im Garten", berichtete Julia, die sich unter anderem auf Fragen zu Friedrich Dürrenmatts Werk "Die Physiker" vorbereitete - und zwar so gut, dass sie eine glatte Eins schaffte. Die sieben Schüler der Gesamtschule Bexbach, die in der Oberstufe der Neunkircher Gymnasien geprüft wurden, haben alle bestanden. Die Bexbacher Waldorfschule prüft ihre zwölf Abitur-Kandidaten erst am 25. und 26. Juni. Hier wird also zurzeit noch gebüffelt.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


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