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Nachrichten und Presse
Alles drehte sich rund ums Wasser
Schüler der Waldorfschule mit interessantem Unesco-Projekt.
Für die Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule in Bexbach lief der Unterricht eine Woche lang ganz anders ab. In zahlreichen Kursen beschäftigten sie sich mit Wasser und dessen Einfluss auf das Leben.
Bexbach. "Hat jemand noch etwas über Bewässerungssysteme in Simbabwe gefunden?" Die Projektleiterin des Kurses "Wasser in Simbabwe", Renate Leist-Rupp, hat es nicht leicht, sich im Computerraum der Bexbacher Waldorfschule Gehör zu verschaffen: Neben den Schülerinnen und Schülern, die sich näher mit dem afrikanischen Land auseinander setzen wollten, in das die Schule einen Großteil des Sponsorenlauf-Erlöses gespendet hatte, arbeiten die Schülerredakteurinnen und -redakteure des Kurses "Projektwochenzeitung" fieberhaft daran, für den nächsten Tag kleine Berichte, Interviews und Fotoserien über die vielen verschiedenen Kurse in ihre "Aqua-News" zu setzen.
Eine Woche lang haben die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe im Rahmen ihrer Unesco-Projektwoche am Thema "Wasser" gearbeitet. Neben eher theoretischen Kursen wie "Wasser in den Religionen", "Heilen mit Wasser" oder "Wellen" gab es vor allem eine Vielzahl sehr praktischer Angebote.
Acht Schülerinnen und Schüler hatten sich die Renaturierung des Erlenbrunnens im Furpacher Wald vorgenommen. Unter der Leitung des Revierförsters Winfried Lappel säuberten sie die Brunnenanlage, legten den Auslauf frei und bauten den eigentlichen Brunnen naturnah wieder auf. Eine Gruppe von Schülern nahm Proben aus Fließgewässern in Bexbach und Erbach, führte chemische Analysen durch und besuchte die nahegelegene Kläranlage. Im Kurs "Wasser bei der Nahrungszubereitung" bereiteten die Teilnehmer/innen in der Schulküche die Mittagsmahlzeiten für ihre Mitschüler zu. Auch die künstlerischen Kurse zum Thema "Wasser" wurden gerne wahrgenommen: Aqua-Malen, Malen in der Natur, Lasieren, Choreographie und musikalische Arbeit. Eindrucksvolle Bilder und ein frisch lasiertes Lehrerzimmer waren am Freitag, dem Präsentationstag, genauso zu bewundern wie eine sehr gelungene Darbietung von Händels Wassermusik und zwei temperamentvolle Tanzchoreographien auf der Bühne des Festsaales.
Die Teilnehmer eines Fotokurses beschäftigten sich damit, Wasser in seinen unterschiedlichen Qualitäten ins Bild zu setzen: fließend, spritzend, tropfend, verdampfend. Schon lange vor der Projektwoche hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Kurses "Fünf-Minuten-Film" regelmäßig getroffen, um ein Drehbuch zu schreiben, Drehorte und Requisiten zu organisieren und sich Gedanken über die Komposition einer Filmmusik zu machen. In der Projektwoche drehten sie dann unter der Leitung von Günther Ruschel täglich bis zu zwölf Stunden lang insgesamt 120 Minuten Film, aus denen sie in der nächsten Zeit einen Kurzfilm schneiden werden.
Schließlich verausgabten sich eine Vielzahl von Schülern in sportlichen Aktivitäten: Wasserball, Tauchkurs, Triathlon, das Austesten verschiedener Fitnessgetränke beim Mannschaftsspiel Volleyball. Für jedes Interesse wurden Kurse angeboten. Jutta Munz, Sportlehrerin und eine der Organisatorinnen der Projektwoche, freute sich, wie motiviert die Schüler an ihre Arbeit gingen. Stolz konnten auch die "Kleinen" den "Großen" eine Ausstellung zeigen: Im Rahmen ihrer Handwerksepoche hatte die dritte Klasse Modellhäuser aus den verschiedensten Kulturen gebaut: indianische Tipis, afrikanische Flechthäuser, mexikanische Hütten, Iglus, europäische Backstein-, Lehm-, Fachwerk- oder Holzhäuser, fantasievolle Baumhäuser, .... ganz im Sinne des völkerverbindenden Gedankens der Unesco. red
Hintergrund
Unesco-Projektschulen bilden ein grenzüberwindendes Netzwerk aller Schulstufen und -arten. Sie orientieren sich an den Ideen der Vereinten Nationen und versuchen sie mit ihren Mitteln zu unterstützen. Sie setzen sich ein für eine Kultur des Friedens und engagieren sich besonders in den Arbeitsfeldern: Verwirklichung der Menschenrechte, Umweltschutz, Völkerverständigung. Die Unesco-Projektschulen entfalten Aktivitäten nach dem Grundsatz "Global denken - lokal handeln" und beteiligen sich am internationalen Netzwerk, indem sie Verbindungen herstellen, zum Beispiel durch fächerübergreifenden Unterricht und Schulpartnerschaften. (sil)
Quelle:
Saarbrücker Zeitung
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