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Nachrichten und Presse
Die Idylle lebt wieder
Eine Woche lang haben die Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule Bexbach im Rahmen einer Projektwoche den „verkommenen“ Erlenbrunnen und sein Umfeld in Furpach wieder aufpoliert. Die frühere beliebte Kneippanlage erstrahlt nun wieder in neuem Glanz.
Furpach. Ein Klopfen klingt durch den lichten Buchenwald. Aber kein Specht ist weit und breit zu sehen - stattdessen ein paar Jugendliche, die im Schweiße ihres Angesichts Steine fachmännisch mit Hammer und Meißel bearbeiten, Sand schaufeln, eine Trockenmauer zusammen puzzeln und Erde heran schleppen.
So langsam nimmt der neue Erlenbrunnen Gestalt an. Schon erinnert nichts mehr an den Zustand der früheren Kneipp-Anlage, den Joachim Karsten beim besten Willen nicht anders als „total verkommen und demoliert“ bezeichnen kann. „Das war klassischer Saarbaustil: alles verwendet, was gerade greifbar war“, ergänzt Revierförster Winfried Lappel, der als Fachmann mitwirkte. Unter Leitung ihres Kunstlehrers entfernten acht Oberschüler innerhalb einer Woche das alte Mauerwerk und schaufelten Schlamm aus dem Quelltümpel. Anschließend wurde die Quelle mit Natursteinen neu gefasst - nur eine der vielen Initiativen und Aktionen, die im Rahmen der Projektwoche „Wasser“ an der Waldorfschule Bexbach realisiert wurden.
Längerfristiger Effekt
Als Unesco-Projektschule ist diese dem Grundsatz „Global denken - lokal handeln“ verpflichtet. Was in Sachen Erlenbrunnen wie die Faust aufs Auge passt. Karsten: „Das Motto lautet: Das ist meine Heimat, der Ort, wo ich lebe - hier bewirke ich etwas.“ Wobei er auf einen längerfristigen Effekt hofft, darauf nämlich, dass die Schüler „Verantwortung für ihr lokales Umfeld übernehmen“.
Und gut aussehen wird das Ganze auch noch, eingefügt in organischer, halbrunder Form in den Hang: „Es handelt sich, wie bei jeder Quelle, um einen ganz besonderen Ort. Wir haben versucht, diese Stimmung und Energie erlebbar zu machen“, erklärt der Kunstlehrer. Verwendung fanden die vom Heimatverein heran gekarrten Buntsandsteine und ein alter Rinnstein vom Forsthaus. Einziges künstlerisch durch gestaltetes Element ist der Schlussstein mit dem Bild einer Wasserfontäne, den Zwölfklässler im regulären Kunstunterricht schufen: „Eine Inschrift fanden sie blöd“, lacht Karsten.
Der gelernte Bildhauer und Tischler könnte sich auch weitere Forstpraktika vorstellen. Zumal die Zusammenarbeit bestens klappt: „Mit Winfried Lappel hatten wir jemanden, dem nichts zuviel wird.“ Auch für den Revierförster ist das Kapitel noch nicht abgeschlossen. „Geplant ist mittel- und langfristig, den Erlenbach zu renaturieren.“ Die Douglasien sollen weg, desgleichen die „Forsthinterlassenschaften“.
„Ziel ist es, die einst trocken gelegten Feuchtgebiete wieder umzuwandeln.“ Handelt es sich dabei doch um seltene Biotope, die geschützten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.
Vielleicht gibt es bei diesen Arbeiten dann noch weitere Überraschungen dieser Art: So hatten die Waldorfschüler aus Bexbach beim mühevollen Herausklopfen der alten Ziegelmauer eine zweite Quelle frei gelegt. Deren Wasser fließt nun seitlich in den Weiher. Die Qualität des „leicht saueren“ Wassers sei übrigens sehr gut, betont Förster Lappel besonders. Was auch der Lehrer nur bestätigen kann. „Ich habe die ganze Woche davon getrunken und es hat sich mit Sicherheit nicht nachteilig ausgewirkt.“
Von SZ-Mitarbeiterin Anja Kernig
Hintergrund
Der Erlenbrunnen, einst Lieblingsaufenthalt des Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken, ist eine alte Brunnenanlage in der Nähe von Haus Furpach, deren Nutzung bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht. In den 30er Jahren wurde der Brunnen dann zu einer Kneipp-Anlage zum Wassertreten umgestaltet. In der Folge verschlammte der Quelltümpel stark und wurde unbenutzbar. Der Sage nach reitet in stürmischen Novembernächten der ehemalige Oberforstmeister von Maltitz als „wilder Jäger“ auf einem Eber durch die Wälder. nig
Quelle:
Saarbrücker Zeitung
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