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Nachrichten und Presse
Einblick in die etwas andere Schulform
Die freie Waldorfschule in Bexbach hatte die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür eingeladen
Bexbach (mhe). Von Riesen, Zwergen, der Kraft der Sonne, einer besonderen Schulform und einem sehr erfolgreichen Tag der offenen Tür: Die Freie Waldorfschule Bexbach und der Waldorf-Kindergarten hatten Eltern, Kinder und Neugierige eingeladen, damit diese sich die Schule in aller Ruhe anschauen und Fragen stellen konnten. "Es war unwahrscheinlich viel los", sagte Charlotte Fischer, die mit der Öffentlichkeitsarbeit an der Schule betraut ist. Ein Blick in die Aula, als die Unterrichtsdarbietungen gezeigt wurden, bestätigte das.
Vom Orchester über kleine und große Schauspieler, die von Zwergen und Riesen oder der kleinen Ameise auf dem Weg nach Jerusalem berichteten, bis zu jungen Naturwissenschaftlern, welche die Geheimnisse der Elektrizität vorstellten. Darüber hinaus gab es jede Menge Gelegenheit, sich etwas zur Schulform erklären zu lassen. Seit 1977 ist die Waldorfschule mit ihren Gebäuden in Bexbach daheim. Heute stehen hier Kleines und Großes Haus, ein Kindergarten und das Hortgebäude mit dem Gartenbau. "Die Skepsis war am Anfang sehr groß", erinnert sich Schulvereins-Geschäftsführer Peter Cochlovius. "Aber die Akzeptanz nahm stetig zu, und auch wir haben unsere Scheu vor der Öffentlichkeit verloren und zeigen, was uns unterscheidet und was wir unseren Schülern bieten." Heute sind es 433 Schüler, von Kusel bis St. Wendel kommen sie hierher. 43 Lehrer umfasst das Kollegium. Um das ausgeklügelte, umfassende Unterrichtssystem grob zusammenzufassen: Pädagogische Zielsetzung ist eine breit angelegte Begabungsförderung unter besonderer Berücksichtigung künstlerischer und handwerklicher Tätigkeiten. Die Kinder lernen miteinander und voneinander, deshalb sind große Klassen am Anfang nichts Besonderes. Dabei folgen die unterschiedlichen Themenabschnitte, eingeteilt in Epochen, den Entwicklungsstufen des Kindes. Fremdsprachlicher Unterricht beginnt bereits im ersten Schuljahr. Wird in den ersten Jahren auf eine Notengebung verzichtet, sondern eine schriftliche Rückmeldung über die Entwicklung gegeben, bleiben die Zensuren später dennoch nicht aus. Spätestens für Hauptschul- und Realschulabschluss sowie beim Abitur werden Noten vergeben. Die Organisation ist demokratischer als jede andere staatliche Schule. Schulträger jeder Waldorfschule ist ein eigener Schulverein, einen Direktor im herkömmlichen Sinne gibt es nicht.
Das Kollegium fällt gemeinsam unter Information der Eltern Beschlüsse. Die Eltern sind über den Beirat am Geschehen beteiligt und werden im aktiven Schulleben integriert, wie zum Beispiel über Workshops. Im Saarland trägt das Land 65 Prozent der Finanzierung der Schule, den Rest müssen die Eltern über freiwilliges Schulgeld aufbringen. Jeder gibt, so viel er sich erlauben kann, ohne Zwang zur Abgabe. Waldorfschulen sind staatlich anerkannt. Das angeeignete Wissen muss also staatlich vorgegebenen Prüfungsansprüchen genügen. Der 13 Schuljahre umfassende Unterricht ist bis zum achten Schuljahr einem Klassenlehrer, dann Fachlehrern übertragen.
Infoabend am Montag, 1. März, 20 Uhr, in der Schule. Ausführliche Informationen gibt es unter (06826) 3260.
Quelle:
Saarbrücker Zeitung
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