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Therapeutische Förderung Zur Gesamtkonzeption der Waldorfschule gehört der Schularzt, der Heileurythmist (Bewegungstherapeut) und der Förderlehrer (an vielen Schulen auch der Sprachgestalter). Hier spricht sich das umfassende Bestreben der Waldorfschule aus, vorsorgend und gesundend auf die Kinder zu wirken.
In allen Schulformen – an den staatlichen Grundschulen genauso wie an privaten Schulen – ist seit längerem zu beobachten, dass die Zahl der Kinder mit Entwicklungsstörungen rasant steigt. Hier handelt es sich um eine Zeittendenz, mit der sich alle Schulen zunehmend auseinander zu setzen haben.
Viele Kinder weisen Hemmnisse auf, die sie daran hindern, den Unterricht mit ungeteilter Aufmerksamkeit aufzunehmen und zu verarbeiten: Antriebsschwäche, motorische Unruhe, Nervosität, Sprachentwicklungsstörung, motorische Ungeschicklichkeit, Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche, soziale Kontaktstörung – viele dieser Hemmnisse stellen sich den Kindern zunehmend in den Weg. Hier ist eine gezielte Diagnose unerlässlich – ganz besonders bei Teilleistungsstörungen.
In den Klassen 1-5 der Waldorfschule streben wir – in Einzelarbeit und in Gruppensituationen – folgendes an:
• Eine möglichst große Geschicklichkeit bei den Kindern zu entwickeln durch Fang-, Spring-, Gleichgewichts- und Stabübungen. Die Sinnestätigkeit der Kinder ordnet sich durch sensomotorische Übungen. • In der Sprache unter anderem das präzise Hinhören lernen zu üben, die akustische Gliederungsfähigkeit, das Gehör für Melodie und Rhythmus zu stärken, um die Schreib- und Lesefähigkeit der Kinder zu entwickeln. • Gezielte Hilfe bei Rechenschwächen zu geben. • Mit Formenzeichnen, Malen und Plastizieren auf die Phantasiekräfte der Kinder zu wirken. • Durch Geschicklichkeitsübungen mit den Füßen das Kind seinen ganzen Organismus erfühlen zu lassen. • Mit der Puppenbühne, Stehpuppen und anderen Spielsachen Spielsituationen entstehen zu lassen, die entwicklungsfördernd wirken.
Es ist unser Anliegen, dem Kind die Fähigkeit zu vermitteln, das können zu wollen, was es nicht kann. Die Eltern werden nach Möglichkeit in diesen Lernprozess eingebunden, der dadurch an Wirksamkeit gewinnt. Der Schularzt und die Heileurythmistin sind integrativer Bestandteil des Lehrerkollegiums.
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