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Die Demi-Indianer Im August 2002 wurde der Bexbacher Waldorfschule als erster Schule im Saarland von Greenpeace der Titel „Urwaldfreundliche Schule“ verliehen.
Anlässlich der Verleihung des Titels „Urwaldfreundliche Schule“ hielt der Greenpeace-Aktivist Jan Cramer einen Vortrag über ein Projekt in Brasilien:
„Vom Großstadtdschungel in den Urwald Amazoniens.“
Über diesen Vortrag schrieb die Schülerin Vera Agne:
„Am Freitag, dem 30.8.2002 war Greenpeace im Rahmen eines Oberstufenforums an der Freien Waldorfschule zu Gast. Der Greenpeace-Aktivist Jan Cramer aus Frankfurt berichtete an diesem Morgen der Oberstufe von einem beispielhaften Einsatz seiner Umweltorganisation im brasilianischen Regenwald. Durch dieses Projekt wurde der Lebensraum der Demi-Indianer vor dem Kahlschlag großer Holzkonzerne gerettet. 20 Jahre zuvor hatte die brasilianische Regierung den Demi ihr Land zugesichert, jedoch nichts zum Schutz des Gebietes unternommen.
An dem Projekt waren ehrenamtliche Greenpeace-Aktivisten aus aller Welt und einige Mitglieder eines Indianerhilfswerkes beteiligt. Die Expedition startete in Manaus, wo das Schiff für die zehntägige Reise zu den Demi-Indianern auf dem Amazonas beladen wurde. Auf der Fahrt lernten die Teilnehmern den Umgang mit der technischen Ausrüstung (z.B. mit dem GPS-Gerät zur Orientierung), erlebten die Gefahren des Amazonas und mussten sich an die enormen Temperaturen gewöhnen. Sie lernten, wie man im Regenwald überlebt und wie man verschiedene Krankheiten und Verletzungen medizinisch behandelt.
Bereits auf dem Schiff wurde das Ausmaß der Zerstörung des Regenwaldes sichtbar. Die Aktivisten stießen auf ein riesiges Holzfloß gefällter Urwaldriesen, bei deren Rodung riesige Waldflächen zerstört werden und die umgerissenen Nicht-Edelhölzer einfach liegen gelassen werden. Die Urwaldriesen selbst sind mehrere hundert Jahre alt und haben einen Durchmesser von bis zu 25 m. An den Ufern des Amazonas wuchs nur noch Sekundarwald, der nach der Rodung nachwächst. Die Ursprünglichkeit des Regenwaldes mit seiner Artenvielfalt, Stabilität und Größe wird jedoch nie wieder erreicht.
Bei den Demi-Indianern angekommen, wurden die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt und man wartete auf den Hubschrauber, der die einzelnen Gruppen im Regenwald mit Lebensmitteln versorgen sollte. Das Basislager war das Schiff, jedoch wurde aus Platzmangel ein weiteres Camp an Land errichtet.
Es gibt heute circa 700 Demi-Indianer, wobei die Kinder den Großteil der Bevölkerung bilden. Die Indianer leben in Hütten, die auf Pfählen gebaut sind.
Die einzelnen Gruppen, die aus einigen Greenpeace-Aktivisten und einigen Indianern bestanden, begannen nun das Land zu vermessen und die Landesgrenzen festzulegen. Dazu war eigens ein Vermessungstechniker mitgereist. Die Arbeit war sehr hart, da das Klima feuchtheiß war und man seinen Weg durch den Wald nur mit der Machete bahnen konnte. Des Weiteren hatte die Gruppe mit Ameisen, Stechmücken und Fliegen zu kämpfen und auch die Arbeit mit den Indianern war problematisch. Die Demi haben einen völlig andere Weltanschauung als wir und kennen zum Beispiel die Himmelsrichtungen nicht. Ihr Zahlensystem reicht nur bis zur Zahl 8, was darüber hinaus geht, sind „viele“.
Um die Holzkonzerne am Eindringen im Indianergebiet zu hindern, befestigten die Indianer mit Hilfe von Greenpeace Schilder, die es den Fremden untersagten, das Land der Demi zu betreten. Da sich die verschiedenen Gruppen immer weiter vorarbeiteten und damit vom Schiff entfernten, legten sie nach einiger Zeit auch im Wald Lager an, die sich nach ein paar Tagen wieder verließen. Damit das Gebiet der Indianer vom Flugzeug aus sichtbar wurde, musste von Zeit zu Zeit eine runde Lichtung gerodet werden.
Während die Gruppen im Wald arbeiteten, blieben sie in ständiger Verbindung mit dem Basislager. Dort wurden Berichte über das Projekt verfass, die in alle Welt verschickt wurden. Greenpeace löste durch dieses Projekt eine Welle des Protestes gegen die brasilianische Regierung aus, die sich nun gezwungen sah, ein Papier zu unterschreiben, das den Schutz des Demigebietes gewährleistet. Die Regierung stellte jedoch folgende Bedingung: Sie wollte das Papier erst unterzeichnen, wenn Greenpeace das Land der Indianer verlassen hatte. Dadurch konnte die Vermessung des Landes nicht vollständig durchgeführt werden und nicht alle Schilder konnten angebracht werden.
Bis zur Unterzeichnung der Regierung warteten die Aktivisten auf ihrem Schiff, dann war der Einsatz beendet. Leider ist das Greenpeace-Projekt im Amazonastiefland noch nicht abgeschlossen, es wurde lediglich ein Anfang gesetzt. Der gesamte tropische Regenwald ist weiterhin von der Zerstörung durch den Menschen bedroht und vor allem die Holzindustrie und die Brandrodung der Bauern vernichten riesige Flächen des Urwaldes. Dies sollte jeden nachdenklich stimmen und auffordern, etwas für die Rettung des Regenwaldes zu tun.
Im Anschluss an diesen Vortrag bekam die Waldorfschule als erste Schule im Saarland den Titel „Urwaldfreundliche Schule“ verliehen, das sich die Waldorfschule schon immer für die Umwelt engagierte.“
Für Interessenten ist das Manuskript des Vortragenden Jan Cramer über das Schulbüro erhältlich. Telefon 06826 – 3260.
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