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Unser Waldprojekt


Am 30.8.2002 hat uns die Umweltorganisation Greenpeace den Titel „urwaldfreundliche Schule“ verliehen. Dieser Anerkennung fühlen wir uns seither verpflichtet. Über das Anliegen hinaus nur Hölzer und Materialien in unserer Schule zu verwenden, die die tropischen Regenwaldbestände schonen, wollen wir verstärkt aktiv für den Lebensraum Wald eintreten. Nachdem wir an verschiedenen Orten Forstpraktika durchgeführt haben, wollen wir nun unsere Bemühung verstärkt auf einen Ort richten. Zu diesem Zweck wurde uns durch die Förster Lappel und Scherer ein Waldstück zugewiesen, das unmittelbar an das Schulgelände angrenzt. Dadurch haben wir nun die Möglichkeit, fortwährend an diesem Projekt zu gestalten. Mehrere Klassen - vorwiegend aus der Mittelstufe - werden folgende Arbeiten verrichten :

• Bau von Nistkästen für Vögel, Insekten und Fledermäuse
• Auslichten der zu dichten Fichtenbestände
• Errichten von Mulmhaufen
• Umschlagen und Zerkleinern abgeknickter Bäume
• Gestaltung und Sanierung des „Gänseweihers“
• Anlegen von Schonungen
• Ausbringen von Saatgut


aus der Saarbrücker Zeitung vom 31.3.2004:

Damit Molche hier leben können

Waldorfschüler säubern den Gänseweiher.
"Wenn ich ein Molch wäre, wäre ich schon ausgewandert", meinte Klassenlehrer Biehl. Und damit diese Tiere hier leben können, säubern Waldorfschüler den Gänseweiher im Bauernwald.


Bexbach/Niederbexbach. Das rhythmische Aufheulen einer Motorsäge signalisiert, hier in der Nähe wird schwer gearbeitet. Bunte Farbkleckse, die sich mitten im Wald geschäftig um eine dunkle Fläche bewegen, lassen erahnen, hier muss es sein, hier arbeiten die Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse zusammen mit ihrem Klassenlehrer Horst Biehl. Wie alle Schüler der Unesco-Projekt-Schule beteiligen auch sie sich an der bundesweiten Projektwoche zur weltweiten Wasser-Problematik. Und weil die Mädchen und Jungen in Klassenstufe sieben der Bexbacher Waldorfschule ohnehin ein Forstpraktikum absolvieren, kombinierten sie die Themen und Wasser und Wald und suchten sich mit dem Bauernwald und dem Gänseweiher dort ein Betätigungsfeld quasi vor ihrer Haustür.




"Hier schwammen unzählige Holzstücke und Äste auf der Wasseroberfläche, und noch immer ist der Weiher voller Blattwerk, vor allem von den drumherum stehenden Eichenbäumen, das sich im Laufe des Jahres hier ansammelt", sagt Biehl am zweiten Arbeitstag. Dabei hat ein Teil seiner Schüler an den beiden ersten Projekttagen schon schätzungsweise 15 Schubkarren voller Blätter aus dem Weiher gerechelt und gefischt, schätzt Viviane Valentin, 13 Jahre alt und aus Illingen. "Anstrengend ist das nicht, findet Louisa Lappel, zwölf Jahre alt und aus Bexbach. "Aber, puh, das stinkt vielleicht, rümpft Janna Ecker, 14 Jahre alt und aus Bexbach, allein beim Gedanken an den Geruch die Nase. "Das sind die Methangase, die sich durch die jahrelange Ansammlung der Blätter im Wasser entwickeln", erklärt Biehl. Viel schlimmer als der Geruch, den sie verursachen, ist jedoch, dass durch die Methangasbildung jede Lebensmöglichkeit im Weiher im Laufe der Zeit abgetötet werde. Damit das nicht passiert, haben sich die Waldorfschüler dazu entschlossen, das Gewässer von Müll und Blattwerk zu befreien. Dass Wasser Leben bedeutet, haben die naturverbundenen Mädchen und Jungen schon gleich am ersten Tag hautnah erfahren. 53 Molche und zwei Fröschen haben sie bei ihrer Weiher-Säuberungsaktion mit Rechen und Köchern zwischen Blattwerk ungewollt herausgefischt. "Die haben wir einfach in einen mit Wasser gefüllten Schubkarren gesetzt, und als wir fertig waren wieder ins Wasser gelassen", sagt Janna. "Also wenn ich hier Molch wäre, wäre ich schon ausgewandert", hat sich Biehl in Anbetracht des Gestanks der faulen Blätter überlegt.

Doch nicht nur das Problem wird dank der Siebtklässler der Bexbacher Waldorfschule bis Ende dieser Woche zunächst weitgehend gelöst sein. Denn der Gänseweiher-Reinigungstrupp ist nur eine von insgesamt drei Gruppen, die momentan im Bauernwald schwer zur Sache gehen. In Kooperation mit Förster Winfried Lappel und Forstwirtschaftsmeister Clemens Mees sind zwei weitere Gruppen unter Leitung von Gartenbaulehrer Konrad Lambert und Werklehrer Axel Lezius damit beschäftigt, von Borkenkäfern befallene Bäume zu fällen und den Wald auszudünnen. "Das heißt, nur die mit einem gelben Zettel markierten, so genannten Z-Bäume bleiben stehen", sagt Biehl und überprüft auch gleich, ob seine Schüler im Vorfeld der Arbeit aufgepasst haben. "Wofür steht das Z"?, fragt er. Benedikt Ziegler, 13 Jahre alt und aus Bexbach, weiß sofort, dass die fragenden Blicke ihm galten und antwortet: "Das Z steht für Zukunftsbäume." Auch Linus Borscheid, 13 Jahre alt und aus Heiligenwald, kennt sich mit Bäumen aus. Er gehört zu dem Team, die kranke Bäume fällen und hackt mit der Axt Kerben in die Stämme, bevor sie mit einer Schwedensäge zum Umstürzen gebracht werden. "Ich weiß wie das geht. Wir haben zu Hause auch sehr viele Bäume."

Hintergrund

In dieser Woche bis Freitag, 2. April, findet im Rahmen der Unesco-Arbeit der Bexbacher Waldorfschule eine Projektwoche zum Thema Wasser statt. Die Bexbacher Waldorfschule ist Mitglied im Netzwerk der Unesco-Projekt-Schulen, an denen in diesem Jahr bundesweit Projektwochen zu der globalem Wasser-Problematik stattfinden. In zahlreichen von Lehrern und Schülern angebotenen Workshops setzen sich Kinder und Jugendliche eine Woche intensiv mit diesem Thema auseinander. Die Ergebnisse können Interessenten in Kürze unter www.waldorfschulebexbach.de auf der Homepage der Schule nachlesen. Und noch ein Hinweis: Am heutigen Mittwoch, 31. März, um 20 Uhr, findet mit der Osterfeier im Festsaal des großen Hauses die letzte Veranstaltung vor Beginn der Osterferien statt. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Anthroposophischen Gesellschaft Homburg für Eltern, Lehrer und Freunde der Schule.
(Von SZ-Mitarbeiterin Marie-Louise Derouet)


aus der Saarbrücker Zeitung vom 24.5.2004:

Die Idylle lebt wieder

Eine Woche lang haben die Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule Bexbach im Rahmen einer Projektwoche den "verkommenen" Erlenbrunnen und sein Umfeld in Furpach wieder aufpoliert. Die frühere beliebte Kneippanlage erstrahlt nun wieder in neuem Glanz.

Furpach. Ein Klopfen klingt durch den lichten Buchenwald. Aber kein Specht ist weit und breit zu sehen - stattdessen ein paar Jugendliche, die im Schweiße ihres Angesichts Steine fachmännisch mit Hammer und Meißel bearbeiten, Sand schaufeln, eine Trockenmauer zusammen puzzeln und Erde heran schleppen.

So langsam nimmt der neue Erlenbrunnen Gestalt an. Schon erinnert nichts mehr an den Zustand der früheren Kneipp-Anlage, den Joachim Karsten beim besten Willen nicht anders als "total verkommen und demoliert" bezeichnen kann. "Das war klassischer Saarbaustil: alles verwendet, was gerade greifbar war", ergänzt Revierförster Winfried Lappel, der als Fachmann mitwirkte. Unter Leitung ihres Kunstlehrers entfernten acht Oberschüler innerhalb einer Woche das alte Mauerwerk und schaufelten Schlamm aus dem Quelltümpel. Anschließend wurde die Quelle mit Natursteinen neu gefasst - nur eine der vielen Initiativen und Aktionen, die im Rahmen der Projektwoche "Wasser" an der Waldorfschule Bexbach realisiert wurden.

Längerfristiger Effekt

Als Unesco-Projektschule ist diese dem Grundsatz "Global denken - lokal handeln" verpflichtet. Was in Sachen Erlenbrunnen wie die Faust aufs Auge passt. Karsten: "Das Motto lautet: Das ist meine Heimat, der Ort, wo ich lebe - hier bewirke ich etwas." Wobei er auf einen längerfristigen Effekt hofft, darauf nämlich, dass die Schüler "Verantwortung für ihr lokales Umfeld übernehmen".

Und gut aussehen wird das Ganze auch noch, eingefügt in organischer, halbrunder Form in den Hang: "Es handelt sich, wie bei jeder Quelle, um einen ganz besonderen Ort. Wir haben versucht, diese Stimmung und Energie erlebbar zu machen", erklärt der Kunstlehrer. Verwendung fanden die vom Heimatverein heran gekarrten Buntsandsteine und ein alter Rinnstein vom Forsthaus. Einziges künstlerisch durch gestaltetes Element ist der Schlussstein mit dem Bild einer Wasserfontäne, den Zwölfklässler im regulären Kunstunterricht schufen: "Eine Inschrift fanden sie blöd", lacht Karsten.

Der gelernte Bildhauer und Tischler könnte sich auch weitere Forstpraktika vorstellen. Zumal die Zusammenarbeit bestens klappt: "Mit Winfried Lappel hatten wir jemanden, dem nichts zuviel wird." Auch für den Revierförster ist das Kapitel noch nicht abgeschlossen. "Geplant ist mittel- und langfristig, den Erlenbach zu renaturieren." Die Douglasien sollen weg, desgleichen die "Forsthinterlassenschaften".

"Ziel ist es, die einst trocken gelegten Feuchtgebiete wieder umzuwandeln." Handelt es sich dabei doch um seltene Biotope, die geschützten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.

Vielleicht gibt es bei diesen Arbeiten dann noch weitere Überraschungen dieser Art: So hatten die Waldorfschüler aus Bexbach beim mühevollen Herausklopfen der alten Ziegelmauer eine zweite Quelle frei gelegt. Deren Wasser fließt nun seitlich in den Weiher. Die Qualität des "leicht saueren" Wassers sei übrigens sehr gut, betont Förster Lappel besonders. Was auch der Lehrer nur bestätigen kann. "Ich habe die ganze Woche davon getrunken und es hat sich mit Sicherheit nicht nachteilig ausgewirkt."

Von SZ-Mitarbeiterin Anja Kernig


Hintergrund

Der Erlenbrunnen, einst Lieblingsaufenthalt des Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken, ist eine alte Brunnenanlage in der Nähe von Haus Furpach, deren Nutzung bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht. In den 30er Jahren wurde der Brunnen dann zu einer Kneipp-Anlage zum Wassertreten umgestaltet. In der Folge verschlammte der Quelltümpel stark und wurde unbenutzbar. Der Sage nach reitet in stürmischen Novembernächten der ehemalige Oberforstmeister von Maltitz als "wilder Jäger" auf einem Eber durch die Wälder .nig
 
 

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