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Eine kleine Nachlese zum Adventsbasar 2004
Traditionell findet am ersten Advent an der Bexbacher Waldorfschule der beliebte Adventsbasar statt, auf den sich nicht nur die Schulkinder mit ihren Eltern und Lehrern schon lange freuen, sondern auch viele Ehemalige und andere Besucher von nah und fern.
Schon über der Eröffnungsfeier lag ein ganz besonderer Glanz. Nach einer kurzen Begrüßung sang der 4.-Klass-Chor im stimmungsvoll verdunkelten Festsaal der Waldorfschule weihnachtliche Lieder, während vor den Kindern auf einem großen Adventskranz die erste Kerze brannte. Danach wurden die Verkaufsstände geöffnet.
Jahr für Jahr nutzen die Besucher aus der weiten Umgebung den Basar, um unter der großen Vielfalt liebevoll handgefertigter Spielsachen und Dekorationen kleine Weihnachtsgeschenke für Kinder und Erwachsene zu finden. Sie lassen sich in einem der gemütlichen Cafés verwöhnen – entweder mit Tee im orientalischen Café, mit Kaffee und Kuchen im Werkstattcafé, mit Salaten in der Getreidestube, mit Flammkuchen unterm Pausendach oder mit frisch gebackenen Waffeln im Foyer des großen Festsaales.
Die kleinen Besucher dürfen sich im Zwergenhaus bei Kerzenschein einen Lebkuchen aussuchen oder ein Walnuss-Lichterschiffchen im Stillen Stübchen schwimmen lassen; sie können einem Puppenspiel lauschen oder im Gartenbauraum Bienenwachskerzen ziehen. Die Erwachsenen, die ihre Kinder begeleiten, finden an diesen Orten zwischen den duftenden Tannenzweigen, dem Moos und den Kerzen häufig zum ersten Mal zu Ruhe und Besinnlichkeit in der sonst so ausgefüllten Vorweihnachtszeit.
Auch in diesem Jahr hat das Basar-Angebot die Kinderaugen wieder zum Leuchten gebracht: Holztiere und -ställe, Wollpüppchen und Puppenhäuser, Mobiles und Fenstersterne, kleine gefilzte Schneemänner und Zwerge, Steckenpferde, ... all dies und vieles mehr hatten die Schuleltern über Monate hinweg aus Naturmaterialien gefertigt.
Lange Schlangen bildeten sich wieder vor dem „Kinderlädchen“ – einem Raum, in dem nur Kinder einkaufen und unter lauter Kleinigkeiten wählen dürfen, die die Bexbacher Waldorfschüler/innen zu Taschengeldpreisen eigens für die Kleinen angefertigt haben.
Ganz besonders gerne nutzten die Kinder auch das Angebot, einen Scherenschnitt von ihrem Profil anfertigen zu lassen, um Großeltern und Verwandte zu Weihnachten einmal nicht mit einem Foto sondern einer detailgetreuen Silhouette zu überraschen.
Im Second-Hand-Basar haben vor allem junge Mütter wieder eine Vielfalt an Kinderkleidung zu besonders geringen Preisen vorgefunden.
Außerdem gab es für die Erwachsenen natürlich wieder pflanzengefärbte Wolle und Tücher, wunderschöne Adventskränze und Kerzen, Edelsteine, kunstvolle Holzschalen und Keramiken, Krippenfiguren, Kartonagen, Bücher, Kalender und viele ausgefallene Delikatessen zum Mitnehmen.
Über viele Tage hinweg hatten Eltern, Lehrer und Schüler die Räume des Schulhauses geschmückt. Von alledem, was sie über Monate liebevoll gefertigt hatten, war am Abend des Adventssonntag nicht mehr viel übrig. Aber die ganz besondere Atmosphäre in den Gebäuden bleibt den Kindern und Jugendlichen noch lange erhalten.
Wolfgang Kappler, Journalist, schreibt am 7.12.2004: Adventsbasar Waldorfschule Die Verbindung zwischen Eisenbahnlinie und Blumengarten entlang der Bexbacher Bergehalde heißt zwar Parkstraße, doch an ein ordnungsgemäßes Parken war dort am Sonntag kaum zu denken. Fahrzeuge krochen herum, drehten immer wieder ihre Runden und die Insassen hofften oft vergeblich auf einen Parkplatz in der Nähe ihres Zieles. Ein gewohntes Bild an jedem ersten Adventssonntag im Jahr. Dann lädt die Freie Waldorfschule Saarpfalz zu ihrem Adventsbasar ein, der längst Besucher weit über die Region hinaus anzieht, und der so zu einem Massenspektakel wird, das einem mit viel Aufwand organisierten Weihnachtsmarkt zur Ehre gereicht.
Der von der Elternschaft und den Lehrern gemeinsam veranstaltete Basar hebt sich indes wohltuend von anderen Basaren und Märkten in der Region ab. Da gibt es keine Lautsprecher, aus denen die x-te Fassung eines verkitschten Weihnachtsliedes plärrt, und schrill piepsendes Weihnachtsplastik sucht man hier ebenfalls vergeblich. Stattdessen ziehen die aus vielfältigen Naturmaterialien kreierten Bastel- und Werkarbeiten die Besucher auf den Boden der Realität zurück.
Weihnachten hat eben nichts mit abgehobenem Prunk, Lärm und unerträglichem Glanz und Glitter zu tun. Weihnachten ist stark, bringt besinnliche Verbundenheit zum Ausdruck. Und das meint damit auch die Verbundenheit zur Schöpfung und der Natur, zwischen Schöpferischem und Materie. Ein Zusammenhang, der an allen Ständen deutlich spürbar wurde. Ob es das von Schülern grob behauene Holz war, das als Kerzenhalter überdauern darf, oder die durch Schlichtheit überzeugende Holzkrippe mit der heiligen Familie aus Filz. Lesezeichen und Hefte aus selbstgeschöpftem Papier, Bienenwachskerzen, handgewebte Stoffe, Batikarbeiten, Drahtschmuck, Adventsgestecke und Holzspielzeug, überall war Kreativität und Handarbeit im Spiel. Fast schon eine meditative Vorbereitung auf Weihnachten, unterstützt durch die natürliche Wirkung von Gewürzen, Mineralien, Edelsteinen, Kräutern und Tees.
Für das leibliche Wohl sorgten diejenigen, die selbst hergestellten Käse und Backwaren feil boten oder mit Rohkost und Getreide lockten. Abseits des Verkaufes unterhielten Puppenspieler, Märchenerzähler und Musiker die jungen Basarbesucher mit denen in manch stillem Winkel auch eifrig gespielt wurde.
Die Information fehlte ebenfalls nicht. Die Waldorfschule selbst nutzte den Basar zur Selbstdarstellung und Vorstellung ihrer Arbeit und gab Antwort auf alle gängigen Fragen zu ihrem zugrunde liegenden Konzept.
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