Das schmeckt! - Mein selbst gebackenes Brot!

Selber den Acker bestellen, mit eigener Kraft den Pflug und die Egge ziehen, aussäen, ernten, dreschen und das gewonnene Getreide zu Brot verbacken – das ist die Epoche „Vom Korn zum Brot“, die alle Waldorfschüler und -Schülerinnen alljährlich erleben und gestalten dürfen. Bis zum krönenden Abschluss war unser Weizen eine Weile in der Klasse gelagert worden, aber schließlich konnte sich die fünfte Klasse an die Verarbeitung zu Teig machen. Das passte zeitlich gut zum Stand der laufenden Epoche, in der wir erfahren hatten, wie im alten Persien die Menschen sesshaft wurden und Ackerbau und Viehzucht erfanden. Im Vorfeld des großen Backtages hatten die Fünftklässler reihum in jeder freien Minute an den schweren Steinmühlen gestanden und unermüdlich Pfund um Pfund des Weizens zu Schrot vermahlen. Damit die ganze Arbeit auch erfolgreich zu Ende kommen konnte, ohne dass jemand ein steinhartes Stück Brot in die Hand bekam, hatte sich Herr Riefer der Hilfe seines Bruders versichert, der eine Vollkornbäckerei betreibt.   Mit dessen „meisterlicher“ Unterstützung wurde Roggensauerteig und Hefe zu dem Weizenschrot hinzugefügt. Dann   durften die Kinder ihre Portion von dem Gemisch eigenhändig gut durchkneten, nicht ohne sich vorher aufmerksam abzuschauen, wie das ein richtiger Bäcker fachmännisch macht. Das Ergebnis war ein wunderbar luftiger, duftiger Teig.  Während dieser Arbeit und der Ruhezeit zum Aufgehen musste hinten am Backhaus eine große Menge Holzglut  erzeugt werden, die dessen dicke Steine genügend erhitzte. Nach vier Stunden hatte unser Ofenmeister, ein mithelfender Vater, die nötige Temperatur erreicht, und unter den interessierten Blicken der Klasse konnte die Glut ausgeräumt werden. Nun schlug wieder die Stunde des Bäckermeisters, der mit elegantem Schwung die mitgebrachten Teiglinge auf einem langen Schieber in den Ofen beförderte. Nach einer Stunde rutschten diese ebenso elegant wieder heraus in die Schüsseln der Kinder. Die hatten Wert darauf gelegt, ihr „eigenes“ Brot zu erhalten und dafür Papierröllchen mit ihrem Namen ein Stückchen in den Teig geschoben.
Das hat erstaunlich gut funktioniert.
Und dann – dann hat es einfach nur toll geschmeckt. Nicht wenige kamen mit einem nur unvollständig erhaltenen Brotlaib nach Hause...
Herzlichen   Dank   an   die   helfenden   Hände   aus   der   Elternschaft   und   an Bäckermeister Bernhard Riefer!

Christoph Riefer