Gackern, graben, gestalten - UNESCO Projekttage an der Freien Waldorfschule Saar-Pfalz in Bexbach

„Gack-ack-ack ...“: Rasmus, Carina, Arvid und die andern hocken dicht gedrängt auf dem Boden. Sie sind nämlich gerade Hühnchen, keine Viertklässler! Ihr Gatter wird von einem aus vier Springseilen a 1,40 Meter gelegten Quadrat markiert. Mensch ist das eng! Und langweilig auch, es gibt ja keinen Boden zum Scharren. Doch es kommt noch übler: Klassenlehrer Christoph Riefer stellt an eine Ecke des improvisierten Käfigs eine Tasse mit Wasser. Für die „Hennen“ daneben ist das ok, für die hinten im Käfig ein Riesending, sich „durchzuwurschteln“, wie es Riefer bezeichnet. „Die Armen“, meint ein Mädchen mitfühlend hinten im Klassensaal. Was industrielle Massentierhaltung bedeutet, haben die Kinder heute garantiert verinnerlicht.

Das Hühner-Projekt der vierten Klasse war eine von vielen Aktionen während der diesjährigen Unesco-Projekttage an der Waldorfschule
Bexbach, die zu den neun Unesco-Schulen im Saarland und 200 bundesweit gehört. Jahr für Jahr stellen diese Schultage der anderen Art einen Höhepunkt im Schuljahr dar, an denen sich die aktuell 385 Schüler und ihre Lehrer projektbezogen für eine Kultur des Friedens, für den Schutz der Umwelt, für eine nachhaltige Entwicklung und für einen gerechten Ausgleich zwischen Arm und Reich engagieren. Das Spektrum reichte diesmal vom Aufbau des menschlichen Auges über „Land-Art“ am Gänseweiher im Wald und diverse handwerkliche
Arbeitseinsätze bis hin zum Lernen von Zaubertricks und der Vorbereitung eines Auftritts für einen Chansonwettbewerb.
Am weitesten weg verschlagen hatte es die Zwölftklässler unter Leitung von Joachim Karsten. Sie helfen derzeit bei ihrem 14-tägigen Aufenthalt in Griechenland, Mobiliar im Nationalpark Vikos-Aoos zu sanieren. Was vom Unesco-Förderverein finanziell unterstützt wird.
Vorzeigecharakter dürfte auch die Kooperation der zweiten und der sechsten Klasse haben: „Wir machen das Beet ganz schön“, erklärte die siebenjährige Luise den schweißtreibenden Einsatz im Schulgarten, „und legen einen Blühstreifen für die Bienen an“, ergänzte ihre Patin, diezwölfjährige Emilia. Während die Großen das Lockern der Erde übernahmen, blieb es den Kleinen vorbehalten, das Unkraut raus zu klauben.
Zu ihrem Projekt gehörte auch das Herstellen von Vogelfutter und Heil-Honig mit Schwarzwegerich.

Extra Experten eingeladen hatte man sich zum Thema Plastikmüll im Meer. Zur Auseinandersetzung mit dem Thema gehörte auch das Basteln von „Müll“-Tieren wie der Möwe Stan: „Ich wollte einfach nur Futter suchen und plötzlich hatte ich eine Tüte über dem Kopf“, hatten sich Oberstufenschülerinnen eine Geschichte zu ihrem Phantasiegebilde ausgedacht, die in der Realität so oder ähnlich tausendfach vorkommt. Ziel der Projektarbeit war es unter anderem, den Alltag in der Schule plastikfreier zu gestalten.
Stärken konnte man sich zwischendrin mit Kuchen oder frisch gebackenen Waffeln. Deren Erlös spendet die Schulgemeinschaft ihrer Partnerschule im Sengal, zu der man in regelmäßigem digitalem Kontakt steht. Noch länger begleiten wird auch die Viertklässler ihr Hühner-Thema. Schon vor den Projekttagen hatten sie das Glück, das Ausbrüten von Eiern im Klassensaal verfolgen zu können. Wechselnde „Hühnerbeauftragte“ kümmern sich nun um den Nachwuchs, der in Kürze in den Stall und das angrenzende Außengelände am Schulgarten umsiedeln soll – ein Hühnerparadies, jenseits von 1,40 mal 1,40 Meter.

(Text: Anja Kernig, Fotos: C. Riefer, S.Ritter)

Bericht Projekttage 2018

Im Rahmen der diesjährigen Projekttage, die vom 7.5. bis 9.5. 2018 stattfanden, hatten sich die Klassen 2-6 entschlossen, das Thema „Mensch und Umwelt“ auf ganz unterschiedliche Weise anzugehen.

Viel vorgenommen hatte sich unsere 2. Klasse. Gemeinsam mit der 6.Klasse, ihrer Patenklasse, wollten wir nicht nur die Schule verschönern sondern damit den Insekten und Vögeln auf dem Schulgelände helfen, genug Futter zu finden. Doch die Natur sollte uns an diesem Tag auch mit ihren Heilkräften helfen.

Zunächst aber baten wir die Partei „Die Grünen“, verschiedene Bexbacher Blumengeschäfte und den Baumarkt um Blumenzwiebel- und Samenspenden. Nachdem auch die Eltern viel beigesteuert hatten, gingen wir reichlich beschenkt an die Arbeit.

Drei Gruppen arbeiteten jeden Tag gleichzeitig. Eine grub um, jätete und setzte sowie säte blühende Pflanzen. Ein andere bereitete mit Fett und Samen Vogelfutter zu und füllte es in Tonblumentöpfe oder Tassen. Die dritte Gruppe schließlich erfuhr von der heilsam Kraft des Spitzwegerichs, den sie auf dem Flughafengelände in großen Mengen sammeln konnte. Damit stellten wir einen Erdkammerhonig her, der uns helfen wird, wenn wir husten oder heiser sind. Nach ein paar Monaten werden wir den Honig wieder aus der Erde holen und können ihn anwenden. Jedes Kind arbeitete in jeder Gruppe für einen Tag und verbrachte so eine spannende und ereignisreiche Zeit. 

Katja Allinger (2. Klasse)

 Die 3. Klasse beschäftigte sich in der Projektwoche mit französischen "Chansons". 

Das Thema war perfekt geeignet für ein fächerübergreifendes Projekt. So erarbeiteten die Kinder zusammen mit ihrer Französischlehrerin Mme Dumas verschiedene französische Lieder. Diese wurden dann im Musikunterricht bei Frau Soloviej weiter intensiv geübt und mit dem Klavier begleitet. Weiterhin übten die Kinder verschiedene Volkstänze. Die Klassenlehrerin Frau Bernardy meldete die Klasse dann bei einem Wettbewerb "Chansons in der Schule" an. Aus den Liedern und Tänzen wurde ein halbstündiges Bühnenprogramm entwickelt, auf das sich die Schüler zusammen mit den drei Lehrerinnen intensiv vorbereiteten. Am Abschlusstag der Projektwoche wurde dann den Eltern und einigen Schülern des kleinen Hauses das Erarbeitete auf der Bühne präsentiert und zur Dokumentation für den Wettbewerb gefilmt. Nicht nur die Eltern waren stolz auf ihre Kinder, wie toll diese das anspruchsvolle zweistimmige Lied " Vois sur ton chemin" vorsingen konnten! Vor allem waren die Schüler stolz auf ihre Leistung! Und auch die Lehrerinnen waren zufrieden. Da hat sich die Mühe doch gelohnt und nun heißt es Daumen drücken für den Wettbewerb!

Christin Bernardy (3.Klasse)

Projekttage: 4. Klasse zum Thema „Artgerechte Hühnerhaltung“

Wir als UNESCO – Projektschule und die Unterstützung einer artgerechten Tierhaltung - das geht natürlich Hand in Hand. Bloß weiß man als Viertklässler noch herzlich wenig darüber. Also haben wir uns anlässlich der Projekttage unsere Aufgabe, die Hühner der Schule zu hegen und zu pflegen, ein wenig spezieller angeschaut. Vor Kurzem haben die Kinder im Klassenraum Küken zur Vergrößerung unserer Hühnerschar aus Eiern ausbrüten lassen. Die jungen Küken mussten nun bei aller Begeisterung („Ach wie süüß“) dazu herhalten, etwas über artgerechte Tierhaltung zu lernen. Wir haben ihr Verhalten im Stall und im Freilandgehege genau beobachtet. Dazu hat sie der Klassenlehrer informiert, wo unsere Frühstückseier und die vielen Produkte mit Ei herkommen, genauer: wie Hühner gehalten werden können. Käfig-, Boden – und Freilandhaltung wurden im Hinblick auf artgerechte Tierhaltung angeschaut. Es entstanden lebhafte Diskussionen mit der Erkenntnis, dass Bio-Eier zu kaufen die bessere Alternative im Sinne von Tierschutz darstellt. Am Ende haben unsere Viertklässler erstmals realisiert, dass ihre Art, wie sie sich ganz selbstverständlich und schon lange um die Tiere kümmern, die einzig akzeptable ist.

 Christoph Riefer (4.Klasse)

Kurzbericht zur Projektwoche 5. Klasse

Die Schüler der 5. Klasse zogen morgens mit Gartengeräten ausgerüstet zur Sportwiese, um die oberhalb gelegenen Aschenbahnen und die Sprunggrube wieder instand zu setzen und von Unkraut zu befreien. Zunächst mussten die Randsteine der Bahnen freigelegt werden, dann wurden die Laufflächen bearbeitet. Der Sand der Sprunggrube musste umgegraben werden, um die zum Teil tiefverwurzelten Unkräuter zu entfernen, dann wurde die Sprungfläche eingeebnet, geharkt und gerecht. Nun sind die Sportflächen wieder als solche erkennbar und warten darauf, von aktiven Schülern genutzt zu werden. Die weitere Zeit wurde zu dazu verwendet, um die Probenarbeit zu einem Klassenspiel zu intensivieren. Das Theaterstück „Phaeton“ - mit Bildern aus  der griechischen Mythologie - war gerade angelegt worden und musste jetzt zu ersten Durchlaufproben geführt werden.

Gerd Neukirch (5.Klasse)

 Schülerberichte aus der 6. Klasse zur Projektwoche

Am dritten Tag unserer Projektwoche war ich mit meinem Patenkind und einigen anderen Zweit- und Sechstklässlern unterwegs auf dem Schulgelände, um Blumen zu pflanzen, Beete zu bearbeiten und Unkraut zu jäten. Unterstützt wurden wir dabei von Frau Munz und Herrn Bernhardt. Nachdem wir uns mit unseren Patenkindern und Frau Allinger auf dem Schulhof getroffen haben, gingen wir zum Flughafengelände, um Spitzwegerich für unseren Heilhonig zu sammeln. Nach einem kleinen Dankesspruch baten wir den Spitzwegerich, uns bei unserem Vorhaben zu helfen. Im Klassensaal angekommen wuschen wir den Spitzwegerich und schichteten ihn abwechselnd mit einer Lage Blütenhonig in ein sauberes, leeres Glas. Draußen vergruben wir die Gläser mit unserem Heilhonig, der nun für einige Monate in der Erde ruhen und reifen muss. Im Klassenzimmer der 6. Klasse bereiteten wir zusammen mit unseren Patenkindern aus der 2. Klasse Waldvogelfutter zu. Nachdem wir Kokosfett geschmolzen und unsere Futtermischung hinzugefügt hatten, musste das Ganze zum leichten Aushärten noch eine Weile in den Kühlschrank der FGTS. Dann machten wir uns auf den Weg in den Wald, um kleine Astgäbelchen zu suchen. Schließlich war die Futtermischung so fest, dass wir sie in die mitgebrachten Gefäße und Blumentöpfe füllen konnten. Damit die Vögel sich beim Anflug an die Futterstelle festhalten können, schoben wir noch eine der kleinen Astgabeln in das Gefäß. Zum Schluss banden wir Schnüre an die Tassen und Töpfe, damit wir sie an Bäumen und Sträuchern aufhängen können.

Elisabeth, Enya, Sophie und ein bisschen Frau Becker (6. Klasse)