5. Klasse packt am Gänseweiher an

Gelebte Teichpartnerschaft mit NABU und Stadt Bexbach 

Hochwasseralarm im Bexbacher Bauernwald. Hüfthoch standen die Schüler bereits im Wasser - zum Glück in Anglerhosen. Als UNESCO-Projektschule hat die Freie Waldorfschule Saar-Pfalz auch in diesem Jahr wieder eine Reinigungsaktion im und am nahe gelegenen Gänseweiher durchgeführt.

Damit das Biotop erhalten bleibt, entfernten die Schüler der fünften Klasse mit sichtlichem Spaß und Engagement Totholz, reduzierten den Bewuchs an Wasserpflanzen und am Teichrand. Von früheren Ausflügen kannten sie den Weiher bereits. Mit diesem Einsatz, geplant in Kooperation mit dem NABU und der Stadt Bexbach, wurde der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten gepflegt, darunter auch der geschützte Kammmolch. Voller Begeisterung hatten die Schüler bei ihrer Arbeit auch etliche Exemplare entdeckt.

„Als Schule haben wir einen Bildungsauftrag, der sich nicht nur auf die Vermittlung von Wissen und die Vorbereitung auf Abschlüsse beschränkt“, so der Lehrer Joachim Karsten, der die Teichreinigungsaktion betreut. „Genauso entscheidend ist es, den Schülern ein Stück gesellschaftliche Verantwortung abzuverlangen und zum Erhalt des Lebensumfeldes beizutragen.“

Im mittlerweile vierten Jahr besteht die Teichpatenschaft, in deren Rahmen auch das Waldklassenzimmer entstand. Dazu gehört auch eine Schautafel, auf der sich Spaziergänger heute über das „kleine Biotop mit großer Bedeutung“ und über die Geschichte des Gänseweihers informieren können. Wer weiß heute noch, dass der Teich seine Entstehung dem Abbau von Lehm zu verdanken hat? Bis in die 1920er Jahre wurde hier Lehm entnommen: für Wände, zur Füllung von Geschossdecken und als Estrich für Keller und Scheunen.

Heute bietet das stehende Gewässer ganz unterschiedlichen Arten Lebensraum, von Krebs- und Spinnentieren bis zu Insekten und Amphibien. Vor allem für Amphibien sind Tümpel und Teiche von hoher Bedeutung, da sie für die Entwicklung ihrer Larven auf solche Laichgewässer angewiesen sind.

Solche kleinen Stehgewässer sind heute weitestgehend aus unserer Landschaft verschwunden - und mit ihnen viele Amphibienarten. Die Wahrung und Neuanlage solcher Laichgewässer sind daher eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz und Erhalt dieser Tiergruppen. Als Ergänzung wurde im letzten Jahr auch ein Winterquartier für die Amphibien fertig gestellt.

 

Der Gänseweiher Niederbexbach:

Die Geschichte des Gänseweihers ist eng verbunden mit der Niederbexbacher Hirtengeschichte, so der Verein für Heimatkunde Höcherberg. Wie in vielen Dörfern, gab es demnach auch in Niederbexbach für die Gänse und Schweine der Bauern einen Hirten, der die Tiere hütete. Bis 1938 kümmerte sich Andreas Fell, im Dorf nur „Gänse-Andrees“ gerufen, um die Gänse. Als letzter Schweinehirt ist Andreas Kleemann im Jahr 1896 erwähnt. Kurze Zeit darauf muss dieser Beruf sein Ende gefunden haben. 

Quelle: Verein für Heimatkunde Bexbach e.V.