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Aktuelles

08.06.2026

Neuer Zugang zu den Lepida-Wasserfällen und Schutz für die Eiablagen der Meeresschildkröten Caretta caretta – Waldorfschüler aus Bexbach zurück von Projektfahrt nach Griechenland

1b Steg 2 Geschafft

Neue Stege an den Lepida-Wasserfällen, Schutz für die Nester der Meeresschildkröten und Begegnungen mit Menschen und Kultur Griechenlands: 17 Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule Saar-Pfalz engagierten sich bei einer zweiwöchigen Projektfahrt auf der Peloponnes für Natur- und Umweltschutz. Die Reise wurde für alle Beteiligten zu einer beeindruckenden Erfahrung voller Herausforderungen, Gemeinschaft und internationaler Zusammenarbeit.

Begeistert kehrten die 17 Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule Saar-Pfalz in Bexbach Ende Mai von ihrer zweiwöchigen Projektfahrt nach Astros auf der Peloponnes zurück. Dabei stand weder Strandurlaub noch klassische Bildungsreise auf dem Programm. Im Mittelpunkt standen die Mitarbeit an einem Umweltprojekt sowie die Begegnung mit Menschen und Kultur Griechenlands.

Bereits zum dritten Mal wurde gemeinsam mit der Management Unit of the Southern Peloponnese Protected Areas das „Projekt Astros“ durchgeführt. Im Rahmen dieses Projekts entstanden an den Lepida-Wasserfällen neue Holzstege, die den sicheren Zugang zu den Wasserfällen wieder ermöglichen, nachdem die bisherigen Stege baufällig geworden waren. Darüber hinaus errichteten die Schülerinnen und Schüler an der Küste von Astros ein Geländer, das den Zugang zur Quelle im Feuchtgebiet Moustos verbessert. Damit knüpften sie unmittelbar an ein Projekt aus dem Jahr 2024 an.

„Einen beeindruckenderen Arbeitsplatz kann man sich kaum vorstellen – mitten in der Natur“, berichten Luke Braun und Zidane Ilg. Auf die Arbeiten waren die Jugendlichen gut vorbereitet: Einen Prototyp der Geländerkonstruktion hatten sie bereits in der Schule gebaut, ebenso wurde ein Großteil der benötigten Maschinen und Werkzeuge von Deutschland nach Griechenland transportiert. Dennoch verlangte das Projekt viel Improvisationstalent und handwerkliches Geschick.

Das Ergebnis wurde von Wanderern, die die Wasserfälle während der Bauzeit besuchten, vielfach gelobt. Die neuen Stege sind nicht nur stabil, sondern fügen sich durch die Verwendung naturbelassener Hölzer harmonisch in die Landschaft ein. Das benötigte Kastanienholz stellte die Umweltorganisation zur Verfügung. Auch der tägliche Transport der Arbeitsgruppe mit Geländewagen zur Baustelle wurde von den griechischen Partnern organisiert.

„Es ist eine großartige Zusammenarbeit, die über viele Jahre gewachsen ist“, betont Joachim Karsten, Werk- und Kunstlehrer der Waldorfschule und Organisator der Fahrt. Das Projekt wurde im Rahmen der Aktivitäten als UNESCO-Projektschule durchgeführt. Planung und Vorbereitung nahmen fast ein Jahr in Anspruch. Begleitet wurde die Klasse von drei Lehrkräften sowie einem ehemaligen Schüler.

Ein weiteres Projekt diente dem Schutz der Meeresschildkröte Caretta caretta, die ihre Eier an den Stränden rund um Astros ablegt. Die Schülerinnen und Schüler fertigten spezielle Holzgestelle zum Schutz der Nester an. Auch hierfür war bereits in der Schule ein Prototyp entwickelt worden. Zudem wurde eine Schablone mitgebracht, die die Montage der Einzelteile erleichterte. „Eigentlich war das gar nicht so schwierig, aber am Ende doch eine Menge Arbeit“, sagt Arvid Schmidt, der bereits an der Vorbereitung beteiligt war.

Zusätzlich wurden Wanderwege zu den Wasserfällen freigeschnitten und ein rund drei Kilometer langer Küstenabschnitt im Naturschutzgebiet Moustos von Müll befreit. Dabei kamen mehr als zehn Säcke Abfall zusammen. „Bei der Hitze war das ziemlich anstrengend, aber zwischendurch konnten wir uns im Meer abkühlen“, berichten die Schülerinnen und Schüler.

Eine besondere Herausforderung stellte die Selbstversorgung dar. In wechselnden Teams von jeweils drei Jugendlichen wurde täglich für die gesamte Gruppe gekocht. Dafür standen lediglich die vier kleinen Küchen der Unterkunft zur Verfügung. Dennoch gelang es dem Küchenteam immer wieder, schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten.

Neben der Projektarbeit standen auch Begegnungen mit den Menschen vor Ort auf dem Programm. So fanden zwei Freundschaftsspiele mit der Volleyballmannschaft des Vereins Aiolos Astros statt. Für die Kinder der Grundschule von Paralio Astros boten die Jugendlichen zudem einen künstlerischen Workshop mit Specksteinen an. „Es war großartig, so direkt mit den Menschen hier in Kontakt zu kommen“, lautete das Fazit vieler Teilnehmender.

Abgerundet wurde die Reise durch Besuche bedeutender historischer und kultureller Stätten wie Mykene, Epidauros, Nemea, Mistras, dem Kloster Loukous und schließlich der Akropolis in Athen. Auch Freizeit kam nicht zu kurz – am Pool der Unterkunft, am nahegelegenen Strand oder bei Spaziergängen durch Astros.

Die Fahrt bildete zugleich den Abschluss der gemeinsamen zwölfjährigen Schulzeit der Klasse. Eine große Herausforderung waren die hohen Kosten. Durch zahlreiche Aktionen wie einen Schulball, Kuchenverkäufe, Buffetangebote bei Schulveranstaltungen und Einpackservices in Supermärkten konnten die Schülerinnen und Schüler jedoch einen erheblichen Teil der Finanzierung selbst erwirtschaften. Weitere Unterstützung kam durch Spenden über die Plattform WirWunder der Kreissparkasse Saarpfalz, durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer der UNESCO-Projektschulen sowie durch die Eltern.

Für alle Beteiligten war die Fahrt ein voller Erfolg und eine prägende Erfahrung. Ziel der Waldorfschule war es, den Horizont der Schülerinnen und Schüler durch aktives Umweltengagement, internationale Begegnungen und die Auseinandersetzung mit einer anderen Kultur zu erweitern – ein gelebtes Beispiel europäischer Verbundenheit.