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Übersicht

Rudolf Steiner

Was versteht man unter Waldorfpädagogik?

Waldorfpädagogik ist ein ganzheitlicher Bildungsansatz, der auf den anthroposophischen Ideen von Rudolf Steiner basiert und Kinder in ihrer gesamten individuellen Entwicklung fördert, wobei ein starker Fokus auf künstlerisch-kreative, handwerkliche und praxisnahe Lernmethoden gelegt wird. Die Pädagogik zielt darauf ab, Kinder zu selbstständigen, mitfühlenden und tatkräftigen Persönlichkeiten zu erziehen, indem sie Denken, Fühlen und Handeln (Kopf, Herz, Hand) gleichermaßen anspricht und ein liebevolles, wertschätzendes Lernumfeld schafft.

Grundlegende Prinzipien:

Menschenbild: Die Waldorfpädagogik stützt sich auf das von Rudolf Steiner entwickelte Menschenbild der Anthroposophie, das eine ganzheitliche Betrachtung von Leib, Seele und Geist des Menschen vorsieht
Entwicklungsorientierter Lehrplan: Der Unterricht und die Inhalte sind altersgerecht auf die jeweiligen Entwicklungsphasen der Kinder abgestimmt, die in sogenannte Jahrsiebte (Siebenjahresabschnitte) eingeteilt werden.
Künstlerisch-handwerklicher Unterricht: Ein wichtiger Bestandteil ist die Förderung der Hands-on-Fähigkeiten durch handwerklichen Unterricht, Eurythmie (Bewegungskunst), Musik, Malen und Werken.
Bildhafter und wissenschaftlicher Unterricht: In den ersten Schuljahren werden die Lerninhalte anschaulich und bildhaft vermittelt, später entwickelt der Unterricht einen stärkeren wissenschaftlichen Charakter, um die Urteilskraft der Schüler zu fördern.

Epochenunterricht: An den Waldorfschulen gibt es den sogenannten Epochenunterricht, bei dem über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinweg morgens intensiv ein Hauptfach wie Geschichte, Mathematik oder Naturwissenschaften behandelt wird.
Erziehung zur Freiheit: Ein zentrales Anliegen ist die Erziehung des Kindes zu Freiheit – nach dem Motto: "Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen, in Freiheit entlassen".
Ziele:

Individuelle Förderung: Jedes Kind soll sich mit seinen individuellen Fähigkeiten und Begabungen entfalten können.
Aufbau von Selbstvertrauen: Eine geschützte und wertschätzende Umgebung soll das Fundament für Selbstvertrauen und ein gesundes Selbstbewusstsein legen.
Entwicklung von Denkfähigkeit und Urteilskraft: Der Unterricht soll die Schüler befähigen, eigene Ideen zu verwirklichen, mutig auf Herausforderungen zuzugehen und schwierige Situationen zu meistern.
Verbindung von Kopf, Herz und Hand: Das ganzheitliche Lernen zielt darauf ab, Denken, Fühlen und Handeln miteinander zu verbinden.
Ursprung:

Die Waldorfpädagogik entstand 1919 in Stuttgart, als Rudolf Steiner auf Initiative von Emil Molt eine freie Waldorf-Schule für die Kinder der Arbeiter seiner Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik konzipierte.

Haupt- und Epochenuntericht

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Der Hauptunterricht bildet das Herzstück des Unterrichts an Waldorfschulen. In mehrwöchigen Epochen widmen sich die Schülerinnen und Schüler jeden Morgen intensiv einem Fachgebiet und erleben Lernen als zusammenhängenden, vertieften Prozess, der Denken, Fühlen und Handeln gleichermaßen anspricht.

Praktisch - Künstlerischer Unterricht (PKU)

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An Waldorfschulen wird der praktisch-künstlerische Unterricht sowohl im Epochenunterricht als auch in regelmäßigen Fachstunden gepflegt. In handwerklichen, künstlerischen und musischen Fächern verbinden wir kreatives Gestalten, praktisches Tun und ganzheitliches Lernen zu einer lebendigen und sinnstiftenden Unterrichtserfahrung.

MINT Fächer

Chemie

An unserer Schule werden die MINT-Fächer sowohl im Epochenunterricht als auch in regelmäßigen Fachstunden lebendig und praxisnah vermittelt. In Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie und Astronomie verbinden wir vertieftes, zusammenhängendes Lernen mit kontinuierlicher Übung und Anwendung im Schulalltag.

Geisteswissenschaften an unserer Schule – Entdecken, Erleben, Verstehen

Geisteswissenschaften

An unserer Schule öffnen die Geisteswissenschaften ein weites Feld des Denkens, Fühlens und kreativen Ausdrucks. Von der lebendigen Sprachpraxis in Englisch und Französisch über die spannende Beschäftigung mit Geschichte, Ethik und Religion bis hin zu den künstlerischen Disziplinen wie Musik, Bildender Kunst und Theater – hier verbinden sich Wissensvermittlung und persönliche Erfahrung zu einem ganzheitlichen Lernprozess.

Gesellschaftswissenschaften an unserer Schule – Die Welt verstehen, Verantwortung übernehmen

Gesellschaftswissenschaften

In den Gesellschaftswissenschaften erfahren unsere Schüler:innen, wie Menschen in der Geschichte gelebt, zusammengearbeitet und Konflikte gelöst haben. Sozialkunde, Geschichte und Erdkunde eröffnen ihnen Einblicke in die Vielfalt gesellschaftlicher Strukturen, politischer Systeme und kultureller Zusammenhänge – vom lokalen Umfeld bis zur globalen Ebene.

Sport

Laeufer Olympiade

Der Sportunterricht an Waldorfschulen fördert Bewegung, Körperbewusstsein und Teamgeist in ausgewogener Weise. Durch vielfältige Bewegungsformen, Spiele und Leichtathletik erleben die Schülerinnen und Schüler Sport als freudvolle Betätigung, die Gesundheit, soziale Fähigkeiten und persönliche Entwicklung gleichermaßen stärkt

Eurythmie

Eurythmie

Die Eurythmie ist ein eigenständiges Fach an Waldorfschulen und verbindet Bewegung, Musik und Sprache zu einer besonderen Ausdrucksform. In ihr lernen die Schülerinnen und Schüler, innere Prozesse sichtbar zu machen, Rhythmus und Raum bewusst zu erleben und ihre Wahrnehmung, Koordination und Ausdrucksfähigkeit ganzheitlich zu entwickeln.

Praxislernen an der Waldorfschule

Landwirtschaftspraktikum Kühe

Schülerinnen und Schüler sammeln praktische Erfahrungen: In der 9. Klasse beim Landwirtschaftspraktikum, in der 10. Klasse beim Handwerkspraktikum und in der 11. Klasse beim Sozialpraktikum. So verbinden sie praxisorientiertes Lernen, Verantwortung und Teamarbeit.