Biotoppflege an der Bexbacher Gänsetränke im Rahmen der Fachtagung der UNESCO-Projektschulen

 

Mit Teichhosen, Rechen und Astscheren zog die 5. Klasse der Freien Waldorfschule Saar-Pfalz auch in diesem Jahr wieder an die "Gänsetränke" im Bexbacher Bauernwald. 

Die "Gänsetränke" ist ein kleiner Weiher, ein besonderes, schützenswertes Biotop, welches immer seltener werdenden Tieren wie Amphibien und Insekten einen Lebensraum bietet. 

 

Die Waldorfschule hat für die Gänsetränke seit 2016 eine Teichpatenschaft übernommen und mit Beratung durch den Freilandbiologen Christoph Bernd wird jährlich eine Teichreinigung durchgeführt. Der Bewuchs durch z.B. Schilfgras hat im Laufe der Jahre stark zugenommen und immer wieder landen unachtsam fortgeworfene Flaschen, Müll etc. im Weiher - obwohl es dort sogar einen Mülleimer gibt. "Da kann man entweder zuschauen und hoffen, dass sich irgendjemand darum kümmert, oder wird selber aktiv. Der Zeitpunkt muss allerdings genau stimmen, damit die Bewohner des Biotops  - u.a. der geschützte Kammmolch - nicht geschädigt werden", so Joachim Karsten, der die Reinigungsaktion als Lehrer betreut und auch an anderen Schulprojekten rund um die Gänsetränke beteiligt war.

"Außerdem führen wir die Aktion im Zusammenhang mit der Fachtagung der UNESCO-Projektschulen durch, die in diesem Jahr im Saarland stattfindet." Die Bexbacher Waldorfschule - sie ist eine der 8 saarländischen UNESCO-Projektschulen - bietet dazu u.a. einen Workshop für "Projekt in und mit der Natur" an. Die beiden ehemaligen Waldorfschüler Claudius Rodenbüsch und Jonathan van der Wel konnten dazu gewonnen werden, einen kleinen Dokumentationsfilm zu der Aktion an der  Gänsetränke zu drehen. Da die gesamte Tagung online stattfindet, muss auch der Workshop online ausgerichtet werden. Mit dem Film ist dann ein lebendiger Eindruck zu vermitteln. 

Die Kinder der 5. Klasse machten sich mit Feuereifer an die Arbeit. Es war zwar auch anstrengend, den 

 

Bewuchs im und um den Teich zu reduzieren und trotz Teichhose gingen mehrere Schüler baden, vor allem machte die ganze Aktion aber großen Spaß und immer wieder kam die Frage "Wann machen wir das wieder?" auf.

Damit wurde das Ziel der Waldorfschule offenbar erreicht, Kinder für einen aktiven Einsatz für ihre Umwelt zu begeistern, in der Fachsprache der UNESCO-Tagung heißt das dann: "Situationen zur Entwicklung der Selbstwirksamkeit schaffen, als Voraussetzung für gesellschaftliches Engagement".

Für den Bexbacher Bauernwald bedeutet das in jedem Fall eine Bereicherung, ohne die kontinuierliche Pflege droht der Gänseweiher zu verlanden und damit als besonderes Biotop zu verschwinden. Das bestätigte auch der Ortsvorsteher von Niederbexbach Arnulf Fricker, der zufällig beim Morgenspaziergang mit seinem Hund am Gänseweiher vorbei kam.

Joachim Karsten