Adventsbasar 2018

Ein bisschen wie heimkommen, so fühlt er sich an, der Adventsbasar an der Bexbacher Waldorfschule. Was wäre der erste Adventssonntag nur ohne ihn, ohne die Zeitreise rückwärts. „Warst du auch hier an der Schule?“ ist der Einstiegs-Klassiker in Gespräche, deren Zeuge man allenthalben in den liebevoll geschmückten Zimmern und Fluren wird. Doch nicht nur Ehemaligen geht das Herz auf: „Hier zu sein, erinnert mich an meine eigene Kindheit.“ „Firmenfremde“ Besucher des Weihnachtsbasars äußern oft so etwas, nach
einigem Überlegen, und dann meist selbst überrascht über dieses Gefühl, das nun einen Namen hat. Auch wenn es generell schwer fällt, zu differenzieren. Anno 2018 war ein – wieder – besonders gelungener Basar, von viel Regen begleitet und trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb bestens frequentiert. Bei den Kränzen und Gestecken jedenfalls gab es schon nach Dauer einer Schulstunde nur noch wenige Einzelstücke.
Zwergenstübchen, Kerzenziehen, Stilles Stübchen, Kinderlädchen, Großer Markt im Festsaal, frisch Gebackenes und Gebratenes unterm Pausendach und andere Leckereien in der orientalischen Teestube, von der Salatbar und und und ... alles wie immer? Ja und nein. Jede Klasse gibt ihrem Dienst, ihrem Beitrag ihr eigenes Gesicht und Prägung. Wo letztes Jahr Après Ski-Atmosphäre herrschte, zischte diesmal im Café Journal im fast schon nüchternen „Internationale Presse“-Look die Kaffeemaschine.
Bereits im Vorfeld tüchtig fleißig „gebacken“ hatten die Schüler der dritten Klasse. Peeling-Kuchen nämlich: kleine, hübsche Seifen für die Körperpflege. „Dafür haben wir einen großen Klotz Seife geschmolzen“, verrieten Laura und Janno. „Dann wurde das in Formen gegossen und mit Blumen verziert.“ Die beiden Neujährigen verpackten die Küchlein behutsam in selbstbemalte Tüten und verrechneten alles korrekt. Stilvollst ausruhen konnte man nebenan im Cafe Sterntaler der FGTS, wo der Ohrensessel am (gefakten) Kaminfeuer auf müde und diverse Plätzchen auf süßhungrige Gäste warteten.
Neu war ein Wunschbäumchen im Foyer des großen Hauses. Mittels dessen kann, wer mag, sich als Aushilfs-Christkind für einen Bewohner des Pflegeheimes ausprobieren. Wobei die Bandbreite ihrer Wünsche von „Mandalas malen“ über „Singen“ und „gutes Gespräch“ bis hin zu „Skat spielen“ reichte. So wirkt der Basar noch weit über den eigentlichen Tag hinaus. Was ganz im Sinne Gerd Neukirchs sein dürfte. Nach dem stimmungsvollen Musizieren des Lehrer-Eltern-Orchesters, unterstützt durch singende Fünftklässler, hatte der Klassenlehrer der sechsten Klasse zum Innehalten angeregt. Eröffnete er doch den Markt mit einer Frage, die vielen in dieser bedeutungsschwangeren Jahreszeit vertraut sein dürfte: Wie ergreifen wir die Weihnacht, da das Alte, Gewohnte und Vertraute nicht mehr trägt? Die Antwort ist einfach und doch schwer zu realisieren: „Wir selbst sind gefragt“ - in dem wir bewusst eine stille Zeit schaffen, und sei es nur für Momente. Im besten Falle können wir dann erleben, dass „die Stille zu uns spricht“. Wobei er sicher sei, so Gerd Neukirch, dass sich der Adventsbasar ganz „in diesen Dienst stellt“.